Rudern International
Deutschland-Achter weckt Hoffnung, Hacker gibt auf

Beim Ruder-Weltcup in Luzern musste der Deutschland-Achter im Vorlauf nur dem Olympia-Dritten Australien den Vortritt lassen. Einer-Meister Marcel Hacker schied dagegen aus.

Der Deutschland-Achter liegt wieder auf Kurs: Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bewies beim Weltcup in Luzern ansteigende Form, auch wenn der direkte Einzug ins Finale verpasst wurde. Im Vorlauf musste sich das Boot lediglich dem Olympia-Dritten Australien mit einer halben Länge Rückstand knapp geschlagen geben und landete vor dem WM-Dritten Großbritannien auf Platz zwei.

Ausgeschieden ist unterdessen der deutsche Einer-Meister Marcel Hacker. Der WM-Fünfte aus Frankfurt musste seinen Hoffnungslauf nach 300m in Führung liegend aufgeben. "Ich habe mich nach den ersten Metern kaputt und leer gefühlt", meinte Hacker, der sich zwei Stunden vor dem Rennen noch übergeben hatte und nun weitere Untersuchungen in München durchführen lassen wird.

"Eine erfreuliche Entwicklung"

Während das Aus für Hacker einen Rückschlag für den DRV mit Blick auf die Vorbereitung für die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August) war, gab es Erleichterung über die Leistung des Achters. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die in den nächsten Rennen bestätigt werden muss. Auf alle Fälle hat sich der Achter anders vorgestellt als in München", sagte DRV-Sportdirektor Michael Müller in Anspielung auf den enttäuschenden vierten Platz beim Weltcup-Auftakt mit acht Sekunden Rückstand auf Sieger Australien. Auf dem traditionsreichen Rotsee muss der Achter um Schlagmann Bernd Heidicker (Wanne-Eickel) am Samstag nun den Umweg Hoffnungslauf nehmen, um in den Endlauf am Sonntag einzuziehen.

Im Vorfeld hatte es rund um das Vize-Weltmeisterboot reichlich Unruhe nach den schwachen Leistungen zu Saisonbeginn gegeben. Michael Müller hatte sogar mit personellen Konsequenzen für das Weltcup-Finale in Posen (20. bis 22. Juni) und die Olympischen Spiele gedroht, wenn der Achter seine Form nicht steigert. Bundestrainer Dieter Grahn, der zuletzt bei der Besatzung etwas experimentiert hatte, vertraute in Luzern auf den begehrten Rollsitzen insgesamt sechs Weltmeister von 2006. "Das war ein erster Lichtblick. Man konnte nicht direkt einen Sieg erwarten", meinte Grahn.

Ärger um verpatzten Start

Hacker war hingegen im Vorlauf durch eine deutliche Niederlage gegen den tschechischen Vize-Weltmeister Ondrej Synek schon beim Versuch gescheitert, direkt ins Halbfinale einzuziehen. Dabei kam es zu Problemen, als das Rennen gestartet wurde, obwohl Hacker noch nicht bereit war. "Der Rückstand war schon entscheidend", erklärte Trainer Andreas Maul. Wegen diesen Vorfalls regte sich Hacker noch zwei Stunden nach dem Rennen auf. "Ob das auch ein Grund für seine Aufgabe war, kann ich nicht sagen", meinte Müller. Im Einer ist der DRV immerhin mit Karsten Brodowski (Potsdam) im Halbfinale vertreten.

Vorlaufsiege gab es für Ann-Katrin Thiele/Christiane Huth (Leipzig/Potsdam) im Doppelzweier und den Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann, der ebenso wie Stephanie Schiller (Potsdam) im Frauen-Einer bei der Olympia-Qualifikation in Posen (15. bis 18. Juni) noch das Peking-Ticket lösen muss.

Im Finale steht bereits der Frauen-Doppelvierer um die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam), der aufgrund der geringen Starterzahl allerdings nur ein Bahnverteilungsrennen für den Endlauf fuhr und Dritter wurde. Angesichts der zahlreichen Boote in den Hoffnungsläufen sprach Sportdirektor Müller am ersten Tag in der Schweiz von einer "durchschnittlichen Bilanz".

© SID

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