Rudern WM
Deutschland-Achter hat bei Ruder-WM Gold im Visier

Bei den heute beginnenden Ruder-Weltmeisterschaften in München will der Deutschland-Achter seinen Titel erfolgreich verteidigen. "Vor diesem Publikum will man natürlich nicht verlieren", so Bundestrainer Dieter Grahn.

Bei den größten Ruder-Weltmeisterschaften aller Zeiten hat sich der Deutschland-Achter eine erfolgreiche Titelverteidigung auf die Fahne geschrieben. "Für jeden Trainer und jeden Athleten ist eine WM im eigenen Land doch etwas ganz Besonderes. Nirgendwo sonst kommen so viele eigene Anhänger an die Strecke. Vor diesem Publikum will man natürlich nicht verlieren", sagt Bundestrainer Dieter Grahn vor den Titelkämpfen in München, die heute beginnen und bis zum 2. September dauern.

Vorrundengegner des Deutschland-Achters um Schlagmann Bernd Heidicker (Wanne-Eickel) sind Olympiasieger USA, der Olympia-Zweite Niederlande, Neuseeland, Weißrussland und Estland. Die ersten beiden Boote qualifizieren sich direkt für das Halbfinale, die restlichen Teams müssen in den Hoffnungslauf.

"Da kommt viel auf uns zu"

Mit 474 Booten aus 68 Nationen und 1 285 Teilnehmern stellt die zweite WM nach 1981 auf der Regattastrecke der Olympischen Spiele 1972 in Oberschleißheim einen Rekord auf. Die Gastgeber stehen bei der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking besonders im Blickpunkt. "Da kommt schon viel auf uns zu", erklärt Heidicker, der den Achter im vergangenen Jahr im englischen Eton als Schlagmann zum ersten WM-Gold seit elf Jahren geführt hatte.

Der 29 Jahre alte Maschinenbau-Student aus Wanne-Eickel sieht das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) aber nicht in der Rolle des Favoriten. "Kanada ist der Topfavorit. Dahinter kommen neben uns die USA und China", erklärt Heidicker, der in der WM-Vorbereitung mit "massiven Rückenproblemen" zu kämpfen hatte.

"Wir sind ruhig und gelassen"

Der Schlagmann setzt in München im Kampf gegen insgesamt 15 Konkurrenten auf die Erfahrung der Crew und meint vor dem Vorlauf am Montag: "Wir sind ruhig und gelassen. Zudem haben wir viel Selbstvertrauen. Eine Medaille sollte es schon sein. Wenn wir im Endlauf stehen, ist aber alles möglich."

Sportdirektor Michael Müller gibt unterdessen "vier bis sieben Medaillen" in den 14 olympischen Klassen als Ziel aus. "Auch wenn wir in keiner Klasse absoluter Topfavorit sind, haben wir Chancen auf Gold", erklärt Müller, der gute Möglichkeiten in "beiden Achtern, dem Frauen-Doppelzweier und dem Doppelvierer der Frauen" sieht. Im Doppelvierer könnte die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) ihren neunten WM-Titel einfahren.

"In Peking ist der Druck dreimal größer"

Von einer zu hohen Erwartungshaltung an die DRV-Athleten angesichts der bereits 25 000 verkauften Karten will der Sportdirektor hingegen nichts wissen. "Für wen der Druck zu groß wird, der braucht gar nicht erst nach Peking zu fahren. Da ist der Druck dreimal größer", sagt Müller, dessen Athleten in Eton 2006 eine Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen gewannen.

Vizeweltmeister Marcel Hacker unterlag vor einem Jahr mit einem Rückstand von neun Hundertstelsekunden nur denkbar knapp dem Neuseeländer Mahe Drysdale. Der Frankfurter formuliert für seinen Heimauftritt trotzdem bescheidene Ziele: "Ich möchte ins Finale fahren und damit die Olympia-Qualifikation sichern", sagt der 30-Jährige und spricht vom "härtesten Feld im Einer aller Zeiten." Hacker erwartet vier Boote innerhalb einer Länge im Finale und zählt neben Drysdale den norwegischen Olympiasieger Olaf Tufte und den Briten Alan Campbell zu seinen größten Rivalen.

"Volksfest" in München

Der Chef des Organisationskomitees, Bernd Schuhmacher, verspricht in München "ein Volksfest", zu dem der Weltverband Fisa die Zahl der Dopingkontrollen gegenüber der WM in Eton auf 50 verdoppelt hat. Trotz der erfreulichen Zahl der verkauften Tickets gehen die Organisatoren unterdessen nicht von einem finanziellen Gewinn aus. "Wir sind froh, wenn wir am Ende mit plus-minus null herauskommen", so Schuhmacher.

© SID

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