Rudern WM
Deutschland-Achter rudert knapp am Gold vorbei

Bei der Ruder-WM in München hat der Achter den WM-Titel verpasst und die Silbermedaille gewonnen. Gold ging an Topfavorit Kanada. Auch der Doppel-Vierer mit Olympiasiegerin Kathrin Boron gewann Silber.

Bei der Heim-WM in München hat der Deutschland-Achter eine erfolgreiche Titelverteidigung verpasst. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) holte hinter Top-Favorit Kanada Silber. Bronze ging an Großbritannien. Der DRV beendete die WM in Oberschleißheim mit drei Silber- und zwei Bronzemedaillen in den 14 olympischen Klassen.

"Das war kein hochklassiges Rennen, aber ein guter Kampf. Technisch lief es nicht optimal", sagte Bernd Heidicker, dessen Team in 5:37,19 Minuten Platz zwei vor den heranstürmenden Briten (5:37,95) ins Ziel rettete. Top-Favorit Kanada (5:34,92) konnte das deutsche Großboot unterdessen nicht gefährden. "Am Ende hat auch die Kraft nicht ganz gereicht", sagte Bundestrainer Dieter Grahn, der auf den Tag genau vor 35 Jahren in Oberschleißheim bei dem Olympischen Spielen Gold mit dem DDR-Vierer ohne Steuermann geholt hatte. Grahn betonte aber, dass er mit seinen Jungs sehr zufrieden sei.

Mehr als 10 000 begeisterte Zuschauer hatten die Tribüne am Finaltag in ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer verwandelt und versuchten, im Achter nochmal alles zu mobilisieren. "Das war grandios", sagte Steuermann Thiede sichtlich bewegt.

Keine Goldmedaille für den DRV

Weniger grandios war die Ausbeute des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Neben Platz zwei für das Flaggschiff gab es noch zwei weitere Silber- und zwei Bronzemedaillen für die erfolgverwöhnte DRV-Flotte in den 14 olympischen Klassen. Erstmals in der WM-Geschichte gab es keinen Titel. Im vergangenen Jahr in Eton hatte es noch zu sieben Medaillen (1/4/2) gereicht.

Schon zu Beginn der Finaltage hatte es eine Enttäuschung gegeben, als Marcel Hacker im Kampf um die Skiff-Krone mit 7,29 Sekunden Rückstand auf den neuseeländischen Weltmeister Mahe Drysdale nur Fünfter wurde.

"Das war ein Scheiß-Tag. Ich muss froh sein, dass ich nicht Letzter geworden bin. Ich habe meinen Rhythmus erst 500m vor dem Ziel gefunden. Da war es zu spät", meinte der 30-Jährige, der im vergangen Jahr in Eton noch Silber hinter Drysdale gewonnen hatte.

Grund zum Jubel hatten unterdessen Nicole Zimmermann (Rostock) und Elke Hipler (Hannover), die Silber im Zweier ohne Steuerfrau holten. "Das ist der Wahnsinn", meinte Hipler. Mit dem deutschen Frauen-Achter verpasste das Duo aber mit Rang fünf im Finale den angestrebten Podestplatz, qualifizierte sich aber gerade noch auf direktem Weg für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

Boron rudert auf Rang zwei

Auf Rang zwei hinter Favorit Großbritannien ruderte die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) im Frauen-Doppelvierer. "Ich hätte schon gerne Gold geholt", sagte die 37-jährige Boron, die ihren neunten WM-Titel knapp verpasste. Bronze ging an Berit Carow (Hamburg)/Marie-Louise Dräger (Rostock) im Leichtgewichts-Doppelzweier und an den Männer-Doppelvierer.

"Wir haben in diesem Jahr noch das Studium zugelassen. Das ist ein Nachteil gegenüber anderen Nationen. Daher gab es einige Defizite im Training", sagte Sportdirektor Michael Müller, der einigen Teams zudem "taktisches Fehlverhalten" und "mangelnde Substanz für drei Rennen" unterstellte.

Auch Thomas Bach war mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, der Dosb-Chef glaubt aber an eine Steigerung: "Da ist noch Potenzial im Hinblick auf Peking." Für die Olympischen Spiele 2008 haben immerhin zwölf der 14 Bootsklassen die direkte Qualifikation geschafft. Nur der Frauen-Einer und der Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann müssen im Juni in Luzern nachsitzen.

In den Finals der nicht-olympischen Klassen sicherte sich der DRV drei Silber- und eine Bronzemedaille. Der Leichtgewichts-Zweier der Männer, der Vierer ohne Steuerfrau und der Leichtgewichts-Achter der Männer belegten Rang zwei, der Männer-Vierer mit Steuermann wurde Dritter.

© SID

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