Rudern WM
Dopingfälle bei Ruder-WM schockieren DRV

Der Deutsche Ruderverband und seine Athleten sind schockiert: Bei der WM in München sind drei russische Dopingsünder aufgeflogen. Die deutschen Ruderer betonen, ihr Team sei sauber.

Auch der Rudersport bleibt nicht von Doping-Enthüllungen verschont. Und nicht nur die Fans sind schockiert und fassungslos. Auch der Deutsche Ruderverband (DRV) und seine Athleten haben mit großer Enttäuschung und Ungläubigkeit auf drei Verstöße des russischen Teams gegen die Anti-Doping-Regeln bei der WM in München reagiert. "Das ist ein Schock für unsere ganze Sportart. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die gesamte WM sauber ist", sagte Sebastian Schulte, der Aktiven-Sprecher des DRV und Mitglied des Deutschland-Achters.

Der Weltverband Fisa hatte zuvor mitgeteilt, dass Denis Moisejew, Wladimir Warfolomejew und Swetlana Fedorowa wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln mit sofortiger Wirkung von den Titelkämpfen ausgeschlossen und für zwei Jahre gesperrt worden seien.

"Bei dem Vergehen handelt es sich um eine verbotene Methode, nicht um eine verbotene Substanz", meinte Fisa-Generaldirektor Matt Smith und fügte an, dass es sich um eine Verletzung des Codes der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) handle. Der entsprechende Paragraf des Wada-Codes sieht vor, dass sich der Athlet keine Infusionen zufügen darf, außer wenn es aus medizinischer Sicht erforderlich sei.

Russischem Verband drohen Sanktionen

Smith betonte zudem, dass das Vergehen im Vorfeld der WM außerhalb von Deutschland stattgefunden habe. Die betroffenen Athleten hätten nun die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Zudem kann die Fisa nach dem vierten Dopingfall binnen zwölf Monaten nun Sanktionen gegen den russischen Verband verhängen. Weitere Einzelheiten will der Weltverband am Donnerstag (16.00 Uhr) in München bekannt geben.

Bereits am Dienstagabend hatte eine Anhörung der drei Athleten in einem Münchner Hotel stattgefunden. Im Anschluss wurden dem russischen Leichtgewichts-Doppelzweier mit Moisejew/Warfolomejew und dem Frauen-Achter mit Fedorowa die weitere WM-Teilnahme untersagt.

DRV-Sportdirektor Michael Müller reagierte fassungslos auf die Ereignisse am vierten Wettkampftag in Oberschleißheim. "Es kann doch nicht sein, dass eine Nation betroffen ist, die erst vor einem Jahr wegen eines positiven Tests eine WM-Goldmedaille aberkannt bekommen hat", sagte Müller, der gleichzeitig hervorhob, dass die Fisa auf einem richtigen Weg sei und schnell gehandelt habe.

Nach der WM 2006 wurde in Olga Samulenkowa ebenfalls eine russische Athletin überführt. Ihr wurde die Einnahme einer Steroid-Substanz nachgewiesen. Das russische Team verlor daher nachträglich die Goldmedaille im Doppelvierer, die viertplatzierten deutschen Frauen bekamen Bronze zugesprochen. Richtig freuen konnte sich darüber niemand.

Schulte: "Für unser Team lege ich meine Hand ins Feuer"

Sebastian Schulte hob hingegen hervor, dass es im DRV noch keinen Dopingfall gegeben habe. "Für unser Team lege ich meine Hand ins Feuer", sagte der Wiesbadener und fügte an: "Die Kontrollen der Fisa scheinen zu greifen."

© SID

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