Rudern WM
DRV-Achter mit hauchdünnem Vorsprung Vorlaufsieger

Der Deutschland-Achter hat bei der Ruder-WM in Eton den Weg ins Halbfinale ohne Umweg genommen. Dennoch hatte das DRV-Flaggschiff im Vorlauf mehr Mühe als erwartet.

Mehr Mühe als erwartet hatte der Deutschland-Achter auf dem Weg zum erhofften WM-Gold. Hauchdünn setzte sich das Großboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) in seinem Vorlauf bei den Weltmeisterschaften in Eton mit nur einer Hundertstelsekunde Vorsprung auf Gastgeber Großbritannien durch und qualifizierte sich ohne Umweg für das Halbfinale am Freitag.

Vier Boote verpassen direktes Weiterkommen

Der Achter sorgte auf dem Lake Dorney aus deutscher Sicht für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss des zweiten Wettkampftages, an dem vier DRV-Boote das direkte Weiterkommen verpasst hatten, darunter beide ambitionierten Doppelvierer. "Das war ein durchwachsener Tag für uns. Ich rechne mit einer Steigerung unter der Woche", sagte Sportdirektor Michael Müller. Bislang stehen neun von 14 DRV-Booten in den olympischen Klassen in der nächsten Runde. Der Rest rudert in den Hoffnungsläufen.

"Die Briten haben uns überrascht"

Immerhin erfüllte das Flaggschiff um Achter-Schlagmann Bernd Heidicker (Herten) mit der direkten Qualifikation die hohen Ansprüche an sich selbst. "Es war das erwartet schwere Rennen, aber so knapp wollten wir es nicht gestalten. Die Briten haben uns überrascht", erklärte Bundestrainer Dieter Grahn nach der Zentimeter-Entscheidung in 5:32,49 Minuten zugunsten der deutschen Ruderer.

Nach 1 500 Metern hatte der Deutschland-Achter die rasant gestarteten Weißrussen an der Spitze des Feldes abgelöst und im sicheren Gefühl des Sieges die Gastgeber auf der Außenbahn aus den Augen gelassen. Schlag für Schlag machten die Briten Boden gut, die Deutschen konterten die Attacke nicht, sondern retteten den Sieg mit einem Wimpernschlag ins Ziel.

"Uns hat noch die Lockerheit gefehlt, und auch die Abstimmung passte noch nicht", sagte Grahn. Bis zum Finale muss sich die in dieser Saison immer wieder umbesetzte Formation also noch steigern, um den Traum vom ersten Titelgewinn seit 1995 zu erfüllen. "Ein Halbfinale zu fahren kann uns nicht schaden. Wir sind vorne mit dabei, alles ist möglich", meinte der Bundestrainer.

Ernüchternd verliefen die Vorläufe der Skuller. Die junge Besatzung des traditionsreichen Frauen-Doppelvierers schlug sich als Zweite hinter den Olympiadritten aus Australien zwar wacker, muss aber dennoch den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen. Der Männer-Doppelvierer hinterließ als Vierter seines Vorlaufs keinen guten Eindruck.

Reimer/Dräger im Vorlauf nur Dritte

Denkbar ungünstig begann auch für Daniela Reimer und Marie-Luise Dräger das Projekt Titelverteidigung. Die amtierenden Weltmeisterinnen im leichten Doppelzweier aus Potsdam und Rostock, die in dieser Saison nie richtig in Schwung kamen, trafen in ihrem Vorlauf unter anderem auf die starken Chinesinnen. Nach 1 000 Metern war der Rückstand bereits so groß, dass Reimer/Dräger die Verfolgung aufgaben und als Dritte den Umweg über den Hoffnungslauf frühzeitig in Kauf nahmen. "Die Chinesinnen sind superstark. Unser Ziel ist die Finalteilnahme. Dann sehen wir weiter", sagte Dräger.

Der Frauen-Achter konnte sich als Zweiter hinter Weltmeister Australien den Hoffnungslauf nicht ersparen. Nicole Zimmermann (Rostock) und Elke Hipler (Hannover), die außerdem im Zweier ohne starten, müssen nun ein zusätzliches Rennen bestreiten.

Besser lief es für den leichten Männer-Doppelzweier mit Jörg Lehnigk (Ratzeburg) und Manuel Brehmer (Berlin), die als Zweite hinter Großbritannien den Einzug ins Halbfinale sicherten. Für den Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann reichte es mit 22 Hundertstelsekunden hauchdünn zum Sieg vor Kanada.

© SID

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