Rudern WM
Gold für Deutschland-Achter in Reichweite

Bei den Weltmeisterschaften in Eton hat sich der Deutschland-Achter am zweiten Halbfinaltag in den engeren Favoritenkreis gerudert. Der leichte Vierer ohne Steuermann und der Männer-Doppelvierer schieden dagegen aus.

Der Deutschland-Achter hat bei den Weltmeisterschaften in Eton für Aufsehen gesorgt. Mit einer klasse Leistung verlangte die Mannschaft von Bundestrainer Dieter Grahn Titelverteidiger und Olympiasieger USA in einem Herzschlagfinale alles ab und belegte mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand Rang zwei vor dem WM-Zweiten Italien. "Wir wissen jetzt, dass wir ganz vorne mitfahren können. Das stimmt mich optimistisch. Dieser Rückstand ist aufholbar", sagte Bundestrainer Dieter Grahn.

Der starke Auftritt des Achters sorgte für einen versöhnlichen Abschluss des zweiten Halbfinaltages, an dem der Deutsche Ruderverband (DRV) auch einige Enttäuschungen erlebte. Der leichte Frauen-Doppelzweier und überraschend auch der Männer-Doppelvierer sowie der leichte Vierer ohne Steuermann scheiterten in der Vorschlussrunde. Somit rudern am Wochenende neun deutsche Boote in den 14 olympischen Klassen um die Medaillen.

Vor allem den deutschen Achter müssen die Konkurrenten nach der Vorstellung am Freitag auf der Rechnung haben. Letztlich entschied nur ein Wimpernschlag zugunsten der USA, die erwartet stark angingen und knapp eine Länge Vorsprung auf das DRV-Paradeboot herausgefahren hatten, als die 1 000-m-Marke erreicht war.

Ehe die deutsche Attacke auf den Weltmeister begann, hielt sich die Mannschaft um den neuen Schlagmann Bernd Heidicker (Herne) zunächst erfolgreich den WM-Zweiten Italien vom Hals. "Die Jungs haben zweimal die Italiener ausgekontert und dann noch die USA angegriffen. Sie haben sich das Rennen hervorragend eingeteilt", sagte DRV-Sportdirektor Michael Müller.

Wenige Zentimeter fehlten

Dass am Ende nur wenige Zentimeter zum Sieg fehlten, wird der Besatzung zusätzlichen Auftrieb für das Finale am Sonntag (16.15 Uhr Mesz) geben. "Wir haben alle schon genug zweite und dritte Plätze erreicht in unserer Laufbahn. Es darf jetzt ruhig etwas mehr sein", sagte Philipp Stüer, der neben Heidicker einziger aktueller Achter-Ruderer ist, der schon einmal Weltmeister wurde - im Jahr 2002 im Vierer ohne Steuermann.

Freude bereiteten dem DRV am Freitag auch Jörg Lehnigk und Manuel Brehmer (Ratzeburg/Berlin), die sich im leichten Doppelzweier für das Finale qualifizierten. Erwartungsgemäß gescheitert ist unterdessen das Projekt Titelverteidigung für Daniela Reimer und Marie-Luise Dräger (Potsdam/Rostock) im leichten Doppelzweier.

Die noch amtierenden Weltmeisterinnen verfehlten als Fünfte um knapp zwei Sekunden den Einzug ins Finale. "Wegen der vielen Umbesetzungen während der Saison ist uns die Stärke des Vorjahres abhanden gekommen", klagte Dräger, der wie ihrer Mitstreiterin gesundheitliche Probleme im Saisonverlauf zu schaffen machten.

Vierer ohne Steuermann und Doppelvierer ausgeschieden

Herbe Enttäuschungen für den DRV gab es im leichten Vierer ohne Steuermann und im Männer-Doppelvierer, die beide überraschend die Segel strichen. "Das sind Ergebnisse, mit denen ich nicht gerechnet habe. Es war ein durchwachsener Tag", urteilte Sportdirektor Müller. Vor allem der leichte Vierer hegte ernsthafte Medaillenambitionen, verpatzte aber völlig die Startphase und geriet schon dort entscheidend in Rückstand.

Somit schickt der DRV am Samstag fünf und am Sonntag vier Trümpfe in die Finals. Den Auftakt macht am ersten Finaltag im Einer Marcel Hacker, der sich berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall machen darf. Ein heißes Eisen sind zudem Nicole Zimmermann und Elke Hipler (Rostock/Hannover), die im Zweier ohne vorne mitfahren können. Das Duo rudert am Sonntag noch einmal um die Medaillen, wenn der deutsche Frauen-Achter an den Start geht.

© SID

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