Rudern WM
Hacker rudert an den WM-Medaillen vorbei

Marcel Hacker hat bei der Ruder-WM in München auf Rang fünf eine Medaille im Einer-Finale verpasst. Nicole Zimmermann und Elke Hipler holten unterdessen im Zweier ohne Steuerfrau Silber.

Enttäuschung bei Marcel Hacker: Der Frankfurter hat bei der Ruder-WM in München den angestrebten Titel deutlich verpasst und zeigte sich nach einer schwachen Vorstellung auf seiner Heimatbahn resigniert. "Meinen Heimvorteil konnte ich nicht nutzen. Ich muss froh sein, dass ich nicht Letzter geworden bin", sagte der 30-Jährige nach Platz fünf im Einer-Finale und dem vergeblichen Griff nach der Skiff-Krone.

Mahe Drysdale verteidigt Titel erfolgreich

Die setzte sich erneut Titelverteidiger Mahe Drysdale auf. Der Neuseeländer verwies in 6:45,67 Minuten vor über 10 000 Zuschauern in Oberschleißheim Weltcup-Gesamtsieger Ondrej Synek (Tschechien/6:46,48) und Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen/6:47,58) auf die Plätze zwei und drei. Der für Frankfurt startende Hacker, der nur 500m von der Strecke lebt und dort trainiert, hatte im Ziel mit 7,29 Sekunden einen überraschend deutlichen Rückstand auf den Sieger.

"Kein Gefühl für das Wasser"

Im vergangenen Jahr bei den Titelkämpfen in Eton gewann der Weltmeister von 2002 mit einem Rückstand von 9/100 Sekunden noch Silber hinter dem erneut bärenstarken Drysdale. "Ich habe meinen Rhythmus erst 500m vor dem Ziel gefunden und hatte kein Gefühl für das Wasser", so Hacker, der in dem Top-Feld überhaupt nicht ins Rennen fand und schon bei der Hälfte der Strecke fast fünf Sekunden hinter dem Führenden lag.

Silber für Zimmermann/Hipler

Grund zum Jubel hatten unterdessen Nicole Zimmermann (Rostock) und Elke Hipler (Hannover) im Zweier ohne Steuerfrau. Die WM-Dritten des vergangenen Jahres sorgten in 7:07,99 Minuten mit Silber hinter Julia Bitschyk/Natalia Helach (Weißrussland/7:06,56) für die erste Medaille des erfolgsverwöhnten Deutschen Ruderverbandes (DRV) bei der Heim-WM in den 14 olympischen Klassen. "Das ist Wahnsinn", meinte Hipler die mit Partnerin Zimmermann am zweiten Finaltag auch im Frauen-Achter startet. "Da wollen wir noch einmal ein Hammer-Ding raushauen."

Peggy Waleska/Christiane Huth (Dresden/Potsdam) mussten sich im Doppelzweier-Finale beim Sieg des chinesischen Duos Qin Li/Liang Tian hingegen mit Platz sechs begnügen.

Nach verpasster Endlaufteilnahme sicherten sich Andreas Penkner/Jochen Urban (Radolfzell/Krefeld) im Zweier ohne Steuermann ebenso im B-Finale die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 wie Christian Schreiber/Rene Burmeister (Böllberg/Rostock) im Doppelzweier und der Vierer ohne Steuermann. "Das war das Minimalziel", meinte DRV-Sportdirektor Michael Müller. Insgesamt haben schon zehn deutsche Boote den Startplatz in Peking sicher.

Am Sonntag (ab 14.00/live im ZDF) kämpfen fünf weitere DRV-Boote um die Medaillen. Darunter der Deutschland-Achter als Titelverteidiger, der im Finale unter anderem auf Top-Favorit Kanada und Olympiasieger USA trifft. "Auch die Kanadier sind zu knacken", sagte Bundestrainer Dieter Grahn, der auf den Tag genau vor 35 Jahren bei den Olympischen Spielen 1972 in München Gold im Vierer ohne Steuermann gewann.

In den Finals der nicht-olympischen Klassen gab es für den DRV am Samstag zwei zusätzliche Silbermedaillen. Der Vierer ohne Steuerfrau und der Leichtgewichts-Achter der Männer belegten Rang zwei.

© SID

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