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Rückendeckung für Hordorff vor DTB-Präsidentenwahl

Vor der Kampfabstimmung am 12. November in Bremen hat sich eine breite Front der Tennis-Basis und der nationalen Prominenz für Dirk Hordorff als neuen Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ausgesprochen.

Der Trend ist eindeutig. Sowohl die deutsche Tennis-Basis, als auch die nationale Prominenz hat für Dirk Hordorff als neuen Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes (DTB) votiert. Die offizielle Kampfabstimmung findet allerdings erst am 12. November in Bremen statt. "Dirk hat unglaublich viel Ahnung und ist vor allem einer, der sich nicht verbiegen lässt", betont Daviscupspieler Alexander Waske, der sich von einem Wechsel an der Spitze vor allem eine deutliche Verbesserung für sich und seine Kollegen erhofft: "Wir sind vom Präsidium sehr schlecht repräsentiert. Es kann nicht sein, dass zwei namhafte deutsche Konzerne wie Audi und Lufthansa die Teams aus Holland und Frankreich unterstützen und wir daneben stehen und zugucken. Da stimmen grundsätzliche Dinge nicht."

"Eine neue Initiative ist dringend notwendig"

Ähnliche Aussagen kommen auch von ehemaligen deutschen Spitzenspielern. "Eine neue Initiative ist dringend notwendig", sagt der frühere Daviscupspieler Hans-Jürgen Pohmann: "Es muss wieder Bewegung in den Verband kommen, im Moment herrscht auf allen Ebenen absoluter Stillstand." Der Sportchef des RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg) kritisiert zudem, dass "die Basis komplett vernachlässigt wird. Die Urzelle des Sports, nämlich die Arbeit in den Vereinen und Verbänden, ist komplett in Vergessenheit geraten. Da muss dringend etwas passieren." Der Deutsche Tennis Bund, so Pohmann weiter, "wurschtelt immer noch rum wie vor 40 Jahren".

Pohmann fordert zudem "eine ganz klare Trennung zwischen Verbänden und Vereinen einerseits sowie dem Spitzensport andererseits: "Am Ende muss es natürlich eine Symbiose geben, eine Spitze auf die alles zuläuft, ein Team Deutschland, mit dem sich jeder identifizieren kann." Auch für potenzielle Sponsoren in der Wirtschaft sei es ungemein wichtig, dass sich der DTB wieder als eine Einheit präsentiert: "Es muss dringend eine gemeinsame Identifikation aller Bereiche geben, damit jeder weiß: Das ist der DTB, der spricht mit einer Stimme."

Der ehemalige Wimbledon-Finalist und Daviscup-Teamchef Wilhelm Bungert hat "unabhängig von handelnden Personen" festgestellt, dass "im DTB einfach gar nichts passiert, und gar nicht geht nicht". Keiner kümmere sich um die Arbeit an der Basis, wo demzufolge "jeder sein eigenes Süppchen kocht". Ein wenig enttäuscht sei er vom amtierenden Verbandspräsidenten Georg von Waldenfels, der zwar "ein kluger Kopf, aber eben kein Mann des Sports" sei: "Er hat erkennen müssen, dass Politik und Sport zweierlei Dinge sind."

Das findet auch Thomas Bürkle, Sprecher der Damen-Bundesliga, den die Kandidatur von Dirk Hordorff nicht sonderlich überrascht hat: "Dirk ist ein Mann des Sports, im Gegensatz zum aktuellen Präsidenten, der dem TEC Waldau Stutgart bis heute nicht zur deutschen Meisterschaft gratuliert hat. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine enorme Belebung sämtlicher Aktivitäten wäre, wenn ein Wechsel stattfinden sollte." Die Tatsache, dass von Waldenfels immerhin maßgeblich zur Entschuldung des DTB beigetragen hat, will Bürkle ebenfalls nicht gelten lassen: "Ob das deutsche Tennis lebt, indem man alle großen Turniere verkauft, weiß ich nicht."

Auch Turnierdirektoren unterstützen Hordorff

Die deutschen Turnierdirektoren stehen ebenfalls hinter der Kandidatur von Dirk Hordorff. "Es ist doch sowieso ein Unding, dass sich der DTB den Luxus erlaubt, auf einen Mann mit solchen Kompetenzen zu verzichten", sagt Bernd Nusch vom Stuttgarter Weißenhof. Dietloff von Arnim, Turnierchef des Arag World Team Cups in Düsseldorf, freut sich vor allem auf "die inhaltlichen Konzepte der beiden Parteien. Es wird sicher unglaublich interessant, die zu vergleichen und auf dieser Grundlage dann eine Entscheidung zu treffen". Von Arnim warnt allerdings vor einer "personellen Schlammschlacht. Das wäre der Sache absolut nicht dienlich".

Engagierte Fürsprecher findet Dirk Hordorff nicht zuletzt im Rollstuhltennis-Verband. Dessen Vorsitzende Regina Isecke findet die Arbeit des aktuellen Präsidiums "vorsintflutlich" und kritisiert "die fehlende Nähe zu den Athleten. Deshalb plädiere ich ganz eindeutig für einen Matchwechsel. Dirk Hordorff ist ein Mann des Sports und deshalb eine gute Wahl."

© SID

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