Rückschlag für „Kiwi“ nach verletzungsbedingter Aufgabe
Kiefer in Paris vom Handgelenk gestoppt

Ausgerechnet bei den French Open hat der Körper Nicolas Kiefer mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Mein Handgelenk ist total angeschwollen. Ich hab´s mit einer Schmerzmittel-Kur morgens, mittags und abends versucht. Aber es hat nichts gebracht", sagte Deutschlands derzeit bester Tennisprofi.

"Konnte keinen Druck entwickeln"

Es war die dritte Runde auf der roten Asche von Roland Garros, und Kiefer hatte den ersten Satz gegen den jungen Tschechen Tomas Berdych am Freitagabend gerade 1:6 verloren, da gab er Gegner und Schiedsrichter kurz die Hand und flüchtete vom Platz. "Der Arzt hat mir im Match noch härtere Schmerzmittel gegeben, aber es hat nichts gebracht", berichtete Kiefer: "Mit der beidhändigen Rückhand konnte ich überhaupt keinen Druck entwickeln."

Und so wiederholten sich die Bilder von 2005, als Kiefer ebenfalls in den Katakomben des Centre Courts von Roland Garros gesessen hatte und eine Aufgabe erklären musste. Damals konnte er zu seinem Achtelfinalmatch gegen den Argentinier Guillermo Canas wegen Problemen an Nacken und Rücken gar nicht erst antreten. "Ich kann´s ja nicht ändern", meinte "Kiwi" zu seinem erneuten Pech.

Dicke Krankenakte

Auch bei den US Open 2004 hatte er sich im Achtelfinale gegen den Briten Tim Henman am Handgelenk verletzt und musste im fünften Satz aufgeben. Insgesamt ist Kiefers Krankenakte seit 1997 auf ein gehöriges Maß angeschwollen, inklusive Knöcheloperationen am Fuß und Ermüdungsbruch in der Hand.

In Paris hatte er die Verletzung bereits bei einem Sturz im Fünfsatz-Krimi gegen den Franzosen Marc Gicquel zwei Tage zuvor erlitten. "Es war einfach nur Pech, dass ich da so unglücklich gefallen bin. In dem Moment war auch noch alles in Ordnung", sagte Kiefer.

Doch schon am nächsten Morgen war die Hand dick: "Ich habe gleich den Schläger in die Hand genommen und schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt." Am Tag vor der Partie gegen Berdych, gegen den Kiefer Revanche für die Niederlage beim Arag World Team Cup in der Vorwoche nehmen wollte, konnte er dann gar nicht trainieren.

Kernspintomographie soll Aufschluss geben

Mit dem ersten Flug am Morgen nach dem bitteren Aus nahm Kiefer Abschied von Paris. Ob die Rasensaison mit den Höhepunkten in Halle und natürlich Wimbledon in Gefahr ist, war da noch unklar. "Wenn ich nach Hause komme, lasse ich erstmal eine Kernspintomographie machen. Dann werde ich es genauer wissen", meinte Kiefer.

Auf seiner Internetseite schrieb er: "Auf dem Rückflug habe ich mir aber mit Coach Sascha Nensel geschworen, dass auch das uns nicht von unserem Weg abbringen darf. Ich bewahre meine Zuversicht."

© SID

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