Ryder Cup 2006
Ein Tiger macht keine Sieger

Der Ryder Cup ist eines der letzten großen Sportereignisse, bei dem es um die Ehre und nicht um das Preisgeld geht. Alle zwei Jahre treten dabei die besten Golfer aus den USA und aus Europa gegeneinander an; dieses Wochenende ist es wieder einmal soweit. 800 Millionen Golffans auf der ganzen Welt werden dann vor dem Fernseher mitfiebern - nach Olympia und Fußball-WM die höchste Einschaltquote bei einem Sportereignis in diesem Jahr.

HAMBURG. Ein weltweites Spektakel mit enormer Bedeutung also - und mit einer langen Tradition. Samuel Ryder, ein wohlhabender britischer Samenhändler gab dem Turnier seinen Namen. Seit 1926 kämpften die besten Golfer der USA gegen die Briten. Nachdem die Amerikaner von 22 Duellen aber 19 gewonnen hatten (eines endete unentschieden), entschlossen sich die Veranstalter des Cups - der Golferverband PGA und Ryder-Erben - ab 1979 die erfolgreichsten Spieler aus ganz Europa an den Start zu schicken. Die Bilanz seitdem ist ausgeglichen - sechs Mal gewannen die Europäer, sechs Mal die Amerikaner (1989 gab es ein Unentschieden).

Die besten Profis spielen immer abwechselnd auf Golfplätzen in den USA und in Europa. In diesem Jahr findet der Kampf der Kontinente von Freitag bis Sonntag (22. - 24. September) im K Club statt, einem sehr anspruchsvollen Golfplatz im irischen Kildare bei Dublin.

Was den Ryder Cup im Golf so einzigartig macht ist der Modus. Die Akteure - sonst allesamt Individualisten - spielen nicht nur für sich selbst, sondern für ihr Team und ihr Land. Die Mannschaften mit je zwölf Spielern tragen insgesamt 28 Partien in drei Spielformen aus. Dadurch ist Spannung beim "Kampf der Kontinente" garantiert.

Die USA haben nach Geld- und Weltrangliste die besseren Einzelspieler, daher werden sie vor jedem Ryder Cup als Favoriten gehandelt. Doch so überlegen Tiger Woods, Phil und Co auf den Tour auch sind, bei Team- und Lochwettspielen scheinen sie immer wieder zu schwächeln. Denn gerade die Amerikaner verbringen meist nur so viel Zeit wie nötig mit ihren Kollegen, tiefe Freundschaften sind hier eher selten.

Tiger Woods, die Nummer 1 der Golfprofis, beschreibt das Einzelgängertum so: "Auf dem Platz bin ich hoch konzentriert. Ich nehme nur den Ball wahr und das Ziel wo ich ihn hinschlagen will. Alles andere, Mitspieler, Zuschauer und was sonst um mich herum geschieht, wird einfach abgeschaltet."

Seite 1:

Ein Tiger macht keine Sieger

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%