Saisonausfall wahrscheinlich
Möglicher NBA-Lockout lässt Adidas schwitzen

Der Spielerstreik in der NBA wird allmählich unausweichlich. Liga-Chef David Stern erklärte, dass die ganze Saison abgesagt würde, sollten die nächsten Verhandlungen scheitern. Dies würde auch einen Dax-Konzern treffen.
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München/NewYork/Moskau/BostonMan stelle sich vor, die Fußball-Bundesliga beginnt nicht wie gewohnt nach der Sommerpause. Erbittert streiten die Bayern-Bosse und die anderen Club-Besitzer mit der Spielergewerkschaft um die Gehälter der Profis. Über Monate sind die Verhandlungen festgefahren, die ersten Spiele fallen aus - die gesamte Saison steht auf der Kippe. Undenkbar? Nicht in den USA. Dort droht dieses Szenario gerade der Basketball-Liga NBA, die jenseits des Atlantiks den Stellenwert des Fußballs hierzulande hat. Und sie ist ebenfalls nicht nur sportliches Spektakel, sondern auch ein Riesengeschäft - zumindest für Nike und Adidas. Den erfolgsverwöhnten Sportartikel-Herstellern, die sonst dank der immer größer werdenden Nachfrage aus den Schwellenländern von Rekord zu Rekord eilen, drohen Einbußen in der Basketball-Sparte. Auch die großen Händler in den USA wie Foot Locker und Finish Line dürften das zu spüren bekommen.

NBA-Commissioner David Stern hat im festgefahrenen Tarifstreit die Clubeigentümer und die Spielergewerkschaft NBPA nun weiter unter Druck gesetzt. Der 69 Jahre alte Liga-Chef betonte am Donnerstag (Ortszeit) in New York, dass der Rest der Saison 2011/12 in Gefahr sei, sollte es bis Anfang kommender Woche keine signifikanten Fortschritte im Ringen um einen neuen Arbeitstarifvertrag geben.

Sowohl die Eigner als auch die NBPA treffen sich am Montag mit Anwalt George Cohen, der zwischen beiden Seiten vermitteln soll. „Ich denke, wenn es dann keinen Durchbruch gibt, wird uns die Saison möglicherweise verloren gehen, da wir keine Fortschritte machen“, sagte Stern.

Er hatte am Montag bereits die ersten beiden NBA-Saisonwochen gestrichen, nachdem sich die Streitparteien trotz stundenlanger Gespräche nicht einigen konnten. Somit fallen zwischen dem 1. und 14. November insgesamt 100 Spiele aus. In den Verhandlungen geht es vor allem um die prozentuale Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund 4,3 Milliarden Dollar.

Zuletzt kamen sogar Spekulationen auf, dass die Spieler womöglich eine eigene Liga gründen. Dies wäre gar nicht abwegig: Erst seit den 1970er-Jahren gibt es überhaupt eine einheitliche nordamerikanische Profiliga, als die NBA die Konkurrenzliga ABA wegen finanzieller Schwierigkeiten übernehmen konnte.

Branchenexperten rechnen vor allem bei Lizenzprodukten mit Rückgängen, also etwa bei Trikots mit den offiziellen Logos der NBA und ihrer Teams. Der Absatz von Schuhen dürfte dagegen nicht oder zumindest deutlich weniger stark betroffen sein. Diese Schlüsse werden aus den Erfahrungen mit dem letzten großen Tarifstreit 1998/99 gezogen, als ein Teil des NBA-Spielbetriebs gestrichen wurde und die Teams vor den Playoffs nur 50 statt 82 Spiele absolvierten. Eine ganze Saison ist bisher noch nie ausgefallen.

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Adidas wäre besonders betroffen

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  • Oh, ein klassischer freud'scher Vertipper. Wir bitte um Entschuldigung - und danken für den Hinweis.

  • haha in der zusammenfassung unter dem Titel steht, dass Howard Stern der Liga-Chef ist;-)

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