Sawtschenko/Szolkowy laufen für Steuer: „Die Besten kommen zum Schluss"

Sawtschenko/Szolkowy laufen für Steuer
„Die Besten kommen zum Schluss"

Die Vizeeuropameister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy werden zum Auftakt in die Olympischen Winterspiele auf eine harte Probe gestellt. Die ohnehin durch die Stasi-Affäre ihres Trainers Ingo Steuer unter Druck stehenden Paarläufer zogen mit Startnummer 20 als letzte Läufer ein "Hammerlos" für das Kurzprogramm am Samstag (19.00 Uhr).

HB TURIN. "Die Besten kommen zum Schluss. Wir wollen eine Medaille und laufen jetzt erst recht für unseren Trainer", gab sich die 22 Jahre alte Aljona Sawtschenko kämpferisch.

Die große Anspannung war der gebürtigen Ukrainerin aber anzumerken, zumal zwei Tage vor dem Wettbewerb immer noch nicht geklärt war, ob Steuer auch an der Bande im Turiner Palavela stehen wird. Der 39-Jährige hatte per Gerichtsbeschluss seine Reise nach Norditalien erzwungen, das Nationale Olympische Komitee (NOK) setzt aber auf seinen Widerspruch vor dem Berliner Kammergericht. "Wir haben den Antrag so schnell und gründlich wie möglich eingereicht", sagte NOK-Sprecher Michael Schirp. Am Nachmittag war der Antrag bei Gericht eingegangen, eine Sprecherin wollte eine Verhandlung am Freitag nicht ausschließen.

"Wir wollen eine gute Leistung bringen und konzentrieren uns nur auf den Sport", sagte Steuer, der nur noch zu sportlichen Aspekten Stellung nehmen wollte und seinen Schützlingen Mut zuredete: "Die Situation könnte sehr motivierend für die Zwei sein." Auch Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), hofft, dass das Dreier-Team trotzdem "in Ruhe trainieren kann". In zwei Einheiten auf dem Eis in Turin hätten die Chemnitzer einen guten Eindruck gemacht.

"Wir haben nicht sehr viel trainiert, aber immerhin jeden Tag in den letzten Wochen", sagte Steuer. Auch der Verband hat sich selbst eine Pause auferlegt und will sich während Olympia nicht mehr zum Fall Steuer äußern. "Die Situation ist sehr angespannt, dazu ist die Startnummer doof. Wir wollen die Sportler nicht weiter belasten und werden in Ruhe sprechen, wenn wir nach Hause kommen", sagte DEU- Präsident Reinhard Mirmseker, der auch über die Zukunft von Steuer als Trainer entscheiden muss. Bereits im März steht noch die Weltmeisterschaft in Calgary an.

"Wir wollen nur zu dritt weitermachen, alles andere ist sinnlos", stellte Aljona Sawtschenko unmissverständlich klar. Am vergangenen Samstag war Mirmseker nach Chemnitz gefahren und hatte mit Steuer und seinem Duo ein langes Gespräch geführt. "Eine Bronzemedaille wäre das Beste, was uns in dieser Situation passieren kann", sagte Mirmseker, der auch die Finanzen des klammen Wintersportverbandes im Blick hat.

Das Kufen-Paar, das seit zweieinhalb Jahren zusammen läuft und erst im Januar den deutschen Pass für die 1,53 kleine Sportlerin erhielt, könnte erstmals seit 1998 bei Olympischen Winterspielen wieder eine deutsche Medaille erlaufen und damit den Paarlauf von Förderstufe vier in die bessere Gruppe drei befördern. Schon der sechste Platz bei der WM 2005 zählt für die Eingruppierung bei den Bundesmitteln. Zuletzt hatte Steuer bei Olympia 1998 in Nagano zusammen mit Mandy Wötzel Bronze geholt.

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