Schach-WM
Magnus Carlsen, Schachweltmeister und Millionär

Der WM-Titel im Schach macht Magnus Carlsen zum Millionär: 1,2 Millionen Euro streicht der Norweger für den Sieg bei der Schachweltmeisterschaft ein. Aus Deutschland erhält Carlsen jedoch nicht nur Glückwünsche.
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Berlin/Neu DelhiMit einem spitzbübischen Lächeln hat der neue Schach-Weltmeister Magnus Carlsen sein Preisgeld in Höhe von 99 Millionen Rupien (etwa 1,2 Millionen Euro) entgegen genommen. Wie schon bei seinem Sieg über Viswanathan Anand am Freitag zeigte der Champion bei der Preisverleihung am Montag im indischen Chennai keine großen Gefühle, als ihm J. Jayalalithaa, Regierungschefin des Bundesstaates Tamil Nadu, den Scheck überreichte.

Kirsan Iljumschinow, Chef des Weltschachbundes FIDE, hängte dem 22-Jährigen die Goldmedaille um, wofür er sich leise bedankte. Außerdem erhielt Carlsen einen riesigen Siegerkranz um den Hals gehängt und einen schweren, gold-silber glänzenden Pokal. Der entthronte Lokalmatador Anand ging mit einer Silbermedaille und umgerechnet 700 000 Euro nach Hause.

Aus Deutschland kamen unterdessen nicht nur Glückwünsche für den neuen Schach-Champion. Aus Sicht des deutschen Verbands-Ehrenpräsidenten Robert von Weizsäcker ist Carlsen vom reinen Schachverständnis her nicht der beste Spieler. Darin sei ihm etwa der russische Ex-Titelträger Wladimir Kramnik überlegen, sagte von Weizsäcker am Sonntagabend im Deutschlandfunk.

„Carlsen hat gewonnen, weil er der bessere Sportler und nicht der bessere Schachspieler ist. Carlsen spielt und spielt und zwingt den anderen, der über 20 Jahre älter ist, in die vierte und fünfte Stunde. Die Stellung ist im Grunde remis. Aber er spielt immer weiter und sitzt Anand aus“, meinte der Ehrenpräsident des Deutschen Schachbundes und äußerte sich nach dem Sieg des Norwegers über den bisherigen Weltmeister Viswanathan Anand aus Indien wenig begeistert: „Ich kenne keine Weltmeisterschaft, die ich so enttäuschend fand, wie die, die gerade stattgefunden hat.“

Die Strategie von Sieger Carlsen empfand von Weizsäcker als nicht überzeugend. „Denn er hat ihn nicht überspielt, sondern einfach keine Fehler gemacht, abgewartet und dann zugeschlagen.“ Das Spiel des 22-Jährigen beurteilte er als sehr computerähnlich, blutlos und seelenlos. „Es würde mich interessieren, wie er gegen einen Schachcomputer abschneidet“, sagte von Weizsäcker.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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