Schalke nach Sieg über Bayern spitze
Neun Endspiele bis zum ersehnten Titel

Ob still und leise oder offensiv und öffentlich: Ganz Schalke träumt nach dem Sieg gegen die Bayern und der Gipfelbesteigung den Meistertraum. Doch die Kampfansage aus München ließ nicht lange auf sich warten - auf besonders giftige Art von Michael Ballack.

GELSENKIRCHEN. Der Jubelsturm nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Fandel war so gewaltig, dass die schicke Arena AufSchalke in ihren Grundfesten wackelte. Schalke hatte es geschafft, der Gipfelsturm war gelungen - endlich nach 128 Spieltagen wieder einmal auf Platz eins, ein riesiger Schritt in Richtung des ersten Meistertitels nach 47 Jahren. Die Fans feierten ihre vor der Kurve tanzenden Helden minutenlang, zelebrierten mit dem Stadionsprecher die aktuelle Tabelle und intonisierten alles, was das Fanlieder-Repertoire hergab, besonders hingebungsvoll aber: "Königsblauer S04, du wirst wieder deutscher Meister sein!"

Doch kaum im Kabinengang verschwunden, bemühten sich die Königsblauen ihre Emotionen wieder in den Griff zu kriegen und die Euphoriebremse zu treten - ohne aber dabei ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Allen voran Trainer Ralf Rangnick, mit dem im vergangenen Jahr das Glück zurück nach Schalke kam. "Wir freuen uns natürlich über diese Momentaufnahme. Aber Platz eins heute zählt noch nichts. Was zählt, ist das Ergebnis nach dem 34. Spieltag." Dass die Königsblauen dafür noch ganz hart arbeiten müssen, betonte er. Und dass der Erfolg über die Bayern nichts wert ist, wenn am kommenden Wochenende in Mainz nicht gewonnen wird. Der Mann kennt das Geschäft. Er weiß: Wer hoch fliegt, kann tief fallen und warnt deshalb: "Jetzt steht uns eine ganz schwere Trainingswoche bevor."

Psychologe, wie er nun mal auch einer ist und sein muss, legte er aber gleich nach und erneuerte das Glaubensbekenntnis an die Stärke seiner Mannschaft und den möglichen Titelgewinn. Lautsprecher-Manier ist dabei seine Sache nicht, deshalb zitierte er lieber jemanden, den er neben Franz Beckenbauer für einen der wenigen echten Fußball-Experten hält: "Otto Rehhagel hat mal gesagt: Wenn du Meister werden willst, musst du die Bayern in der Saison zweimal schlagen. Insofern haben wir die Grundvoraussetzungen für den Titelgewinn jetzt erst mal geschaffen." Und wenn Rangnick das sagt, redet er es nicht nur so daher, er doziert es mit einer Überzeugung, die keine Zweifel lässt, dass er seinen Ruf als Fußball-Professor völlig zu Recht inne hat.

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