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Schießen Schießen: Medaillen für Lechner Pfeilschifter, Reitz Fünfter

Bei der Schieß-WM im eigenen Land konnten Barbara Lechner und Sonja Pfeilschifter im Dreistellungskampf Gold und Silber holen. Christian Reitz schaffte es nur auf Platz fünf.

Bei der Heim-WM auf Goldkurs: Barbara Lechner. Foto: SID Images/AFP Quelle: SID
Bei der Heim-WM auf Goldkurs: Barbara Lechner. Foto: SID Images/AFP Quelle: SID

Weltmeisterin Barbara Lechner hüpfte wie ein Springball aufs oberste Siegerpodest, die silberne Sonja Pfeilschifter hatte Tränen des Glücks in den Augen - die deutschen Sportschützen haben mit einem Doppelschlag den Medaillen-Fluch bei der Heim-WM in München besiegt. Eine Enttäuschung gab es mit Platz 21 dagegen bei Dauerregen und 15 Grad für den als Goldfavoriten angetretenen Dreifach-Olympiasieger Ralf Schumann.

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"Ich bin total baff, das ist der absolute Hammer, und ich freu mich ganz narrisch. Dass Sonja auf zwei ist, ist das Tüpferl aufs i", sagte Lechner überglücklich. Die 27 Jahre alte Sportsoldatin feierte in der Königsklasse Dreistellungskampf mit 687,7 Ringen den größten Erfolg ihrer Karriere vor Pfeilschifter (685,4). Nach dem letzten Schuss fielen sich beide in die Arme. Nach all den deutschen Enttäuschungen der letzten WM-Tage schoss das 1,60 m kleine Duo diesmal in einer eigenen Liga - und beendete alles Gerede über einen Heim-Nachteil.

Lechner: "Es war doch schön, dass alle meine Leute da waren"

"Ich habe mir zwar in die Hosen geschissen, aber es war doch schön, dass alle meine Leute da waren. Ich habe halt meine persönliche Party draus gemacht", sagte die bayerische Frohnatur Lechner. Auch für die 39 Jahre alte Pfeilschifter gab es nach der Luftgewehr-Pleite noch ein Happyend - an einem Tag im August, an dem sie eine Wolldecke und eine Mütze mit an den Stand gebracht hatte. "Was Besseres als einen Doppelsieg kann es nicht geben. Die deutsche Hymne zu hören, war genial. Und ob ich da Erste oder Zweite werde, ist doch egal", sagte die deutsche Vorzeigeschützin.

Auch Sportdirektor Heiner Gabelmann war "etwas erleichtert", als in der 10. von 15 olympischen Disziplinen endlich das erste deutsche Edelmetall abgeschossen war: "Aber das ausgegebene Ziel von vier Medaillen ist wohl nicht mehr machbar. Das war unsere letzte ganz große Medaillenchance." Laut Gewehr-Bundestrainer Claus-Dieter Roth ist jedoch ein gewaltiger Endspurt zu erwarten: "Den Medaillenstand null kannte jeder, aber dieser Druck ist jetzt weg. Deutschland steht endlich ganz oben."

Reitz nur Fünfter

Die dritte deutsche Medaille am Freitag verpasste der Olympiadritte Christian Reitz als Fünfter beim Sieg des Russen Alexej Klimow mit der Schnellfeuerpistole. Noch schlimmer erwischte es den 48-jährigen Ralf Schumann, der auf Platz 21 abstürzte. "Ich bin hergefahren, um Weltmeister zu werden. Das Ergebnis ist nun wirklich nicht der Renner", sagte Routinier Schumann, der "Muffe hoch Zehn" hatte.

Sein Job als Jugendtrainer habe viel Zeit gekostet, dazu macht der 48-Jährige bis 2011 eine Trainer-Ausbildung in Köln. "Die hat absolute Priorität", sagt Schumann. Schließlich könnte er Nachfolger von Peter Kraneis als Pistolen-Bundestrainer werden. 2012 will Schumann trotz der Enttäuschung von München aber bei Olympia letztmals als Aktiver dabei sein - dann mit 50.

© SID

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