sonstige Sportarten
Schily strebt kein Amt als Sportpräsident an

Otto Schily hat keine Ambitionen auf eine Funktion in der künftigen Dachorganisation des deutschen Sports. "Ich bin kein Sportfunktionär", so der Bundesinnenminister bei der 60-Jahr-Feier des Sport-Informations-Dienstes.

Bundesinnenminister Otto Schily strebt in der künftigen Dachorganisation des deutschen Sports kein Amt an. "Ich bin kein Sportfunktionär, und wir brauchen auch keine 100-jährigen Sportpräsidenten", sagte der 73 Jahre alte SPD-Politiker als Gast bei der 60-Jahr-Feier des Sport-Informations-Dienstes (sid) am Donnerstag im Neusser Zeughaus.

Schily hatte die bevorstehende Fusion von Nationalem Olympischen Komitee (NOK) und Deutschem Sportbund (DSB) entscheidend vorangetrieben. "Ich war aber nicht der Motor, allenfalls der Katalysator", sagte der Minister im Gespräch mit dem sid. Organisationen, so Schily weiter, "müssen schlank und effizient aufgestellt sein. Gleichzeitig kritisierte er die Kostenexplosion bei den Fernsehrechten sportlicher Großereignisse und die Konzentration auf wenige telegene Sportarten: "Mit exorbitanten Steigerungsraten für einzelne Sportarten geriet der Markt in manchem Bereich aus den Fugen und war dann kaum mehr finanzierbar".

"Viele Sportarten kommen kaum oder gar nicht vor"

"Die Fokussierung auf fünf bis zehn telegene Sportarten steht in keinem angemessenen Verhältnis zur Anzahl der Mitgliedschaften der Deutschen in Sportvereinen. Viele Sportarten kommen kaum oder gar nicht im Fernsehen oder Hörfunk vor", monierte der für den Sport zuständige Bundesminister in seinem Festvortrag vor knapp 400 Gästen aus Sport, Medien, Wirtschaft und Politik, darunter zahlreiche Olympiasieger, Welt- und Europameister.

Schily unterstützte die Forderung von Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), nach einem eigenen Sportkanal: "Diese Idee sollte ernsthaft geprüft werden." Zudem forderte er, Topevents wie Fußball-Weltmeisterschaften müssten im Free-TV zu sehen sein. "Spitzensportereignisse sollten im frei zugänglichen Fernsehen angeboten werden", sagte der SPD-Politiker im Beisein von Sportgrößen wie Georg Hackl, Ulrike Nasse-Meyfarth, Rosi Mittermaier oder Sven Hannawald, zahlreichen Funktionären aus Verbänden und der Fußball-Bundesliga.

Steinbach würdigt 60 Jahre sid

NOK-Präsident Klaus Steinbach würdigte 60 Jahre Sport-Informations-Dienst, "in unserer Währung 15 Olympiaden". "Der sid hat die Nachrichtengebung und deren Kommentierung seit 1945 maßgeblich mitbestimmt", sagte Steinbach, der Jubilar habe "dazu beigetragen, dass der Sport und vor allem der Spitzensport zu einer tragenden Säule unserer Gesellschaft werden konnte."

Am 15. September 1945 von Alfons Gerz gegründet, belieferte der Sport-Informations-Dienst zunächst aus dem Trümmern des Düsseldorfer Pressehauses über eine britische Militär-Telefonleitung den späteren WDR in Köln. Mittlerweile zählt das Unternehmen, seit 1997 in die französische Weltagentur AFP eingegliedert, mehr als 300 Kunden in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland: Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Sportorganisationen und Internetdienste.

© SID

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