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Schlappe für Star-Boxer Bernard Hopkins

Überraschende Niederlage für Star-Boxer Bernard Hopkins. Gegen seinen US-Landsmann Jermain Taylor gab es in Las Vegas eine umstrittene Punktniederlage.

Star-Boxer Bernard Hopkins hat seine erste Niederlage seit zwölf Jahren kassiert. Der 40-Jährige unterlag im Mittelgewicht seinem 14 Jahre jüngeren US-Landsmann Jermain Taylor vor 11 992 Zuschauern in Las Vegas umstritten nach Punkten und verlor damit auch die WM-Titel der vier wichtigsten Verbände WBC, WBO, IBF und WBA.

Hopkins wollte sich eigentlich im Januar an seinem 41. Geburtstag mit einem Sieg über Antonio Tarver als Inhaber der WM-Titel der vier wichtigsten Verbände in den Ruhestand verabschieden. Nun wird er aber stattdessen voraussichtlich bereits am 1. Oktober gegen seinen Bezwinger zur Revanche in den Ring steigen.

Sturm muss warten

Dem früheren WBO-Weltmeister Felix Sturm aus Leverkusen wird somit eine erneute WM-Chance in diesem Jahr wohl verwehrt bleiben. "Der Sieg Taylors ist sicher gut für unsere Gewichtsklasse. Aber jetzt hat naturgemäß erstmal der Rückkampf Priorität", sagte der amtierende WBO-Interkontinental-Champion, der am Samstag in Las Vegas am Ring saß.

Auch der Armenier Arthur Abraham, der für den Berliner Promoter Wilfried Sauerland in den Ring steigt, muss nach seinem Punktsieg gegen den Briten Howard Eastman am Samstag in Nürnberg weiter auf einen WM-Kampf warten.

Hopkins begann vor 11 992 Zuschauern in der nur zur Hälfte gefüllten MGM Arena verhalten und überließ seinem 14 Jahre jüngeren Gegner das Kommando. Taylor, der seit seiner Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney in 24 Kämpfen ungeschlagen blieb, lag schnell bei den Ringrichtern vorn und ließ sich auch in der fünften Runde durch einen von einem unbeabsichtigen Kopfstoß verursachten Cut nicht aus dem Rhythmus bringen.

Ringrichter uneins

Als Hopkins in den letzten vier Runden endlich aufwachte und mit dem Rücken zur Wand zu einem furiosen Endspurt ansetzte, war die Entscheidung allerdings bereits gefallen. Zwei der drei Ringrichter werteten den Fight mit 115:113 zugunsten Taylors, nur Jerry Roth sah den Titelverteidiger mit 116:112 Punkten vorn. Für Hopkins war es die dritte Niederlage im 51. Profikampf.

Der Verlierer zeigte sich nach dem Urteilsspruch geschockt. "Es ist ein krasses Fehlurteil. Ich habe den Kampf ab der fünften oder sechsten Runde dominiert. Mein einziges Versäumnis war, dass ich ihn nicht ausgeknockt habe", sagte Hopkins, der sich nach dem Schlussgong in Siegerpose auf den Seilen stehend feiern ließ. Sturm sah es ähnlich: "Ich hatte ein anderes Urteil erwartet. Am Ende hat Hopkins Taylor beinahe lächerlich gemacht."

Lukrativer Rückkampf sicher

Das umstrittene Urteil sorgte zumindest dafür, dass sich beide Seiten schnell auf einen Termin für den im Vorfeld vertraglich abgesicherten und finanziell lukrativen Rückkampf einigten. "Ich werde Bernard immer respektieren. Ich kann es kaum erwarten, noch einmal gegen ihn in den Ring zu steigen. Meine Taktik wird nicht viel von der im ersten Kampf abweichen. Gegen Hopkins kannst du nur mit Geduld gewinnen", sagte Taylor.

Nach dem Revanche-Fight dürfte Sturm an der Reihe sein. "Wenn Taylor gegen Hopkins auch den Rückkampf gewinnt, ist Felix für mich der erste Herausforderer", meinte der renommierte Box-Kommentator Larry Merchant.

© SID

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