Schmitts Start fraglich: Favoriten sind die anderen

Schmitts Start fraglich
Favoriten sind die anderen

Ausgerechnet bei der Heim-WM in Oberstdorf haben die über Jahre erfolgsverwöhnten deutschen Skispringer nur Außenseiterchancen - doch die wollen sie nutzen.

HB OBERSTDORF. Nach dem Aus des am Burn-out-Syndrom erkrankten Sven Hannawald fehlt in der Mannschaft von Bundestrainer Peter Rohwein ein Siegspringer, der Ausfall von Alexander Herr und die Formkrise von Martin Schmitt haben die Aussichten auf Erfolge zusätzlich geschmälert. "Es ist nicht gelungen, das Mannschaftsniveau anzuheben", schätzt Rohwein die Situation realistisch ein.

Dennoch hoffen die im bisherigen Saisonverlauf eher flügellahmen DSV-Adler vor allem in den Team-Wettbewerben auf der Groß- und Normalschanze auf Edelmetall. "Möglich ist alles. Wir wollen unbedingt eine Medaille, wissen aber, dass es brutal schwer wird", sagt Michael Uhrmann, der sich auch im Einzel eine kleine Chance ausrechnet.

Der Bayer hat sich in den vergangenen Wochen zum Leitwolf entwickelt und gibt sich entsprechend forsch. "Die WM wird ein Riesenereignis, vielleicht für mich das größte Ding nach Olympia. Wenn alles passt, dann habe ich es drauf, endlich auch eine Einzelmedaille vor eigenem Publikum zu holen", sagt der Mannschafts-Olympiasieger von 2002. Mit seinen vierten Plätzen in Willingen und Zakopane deutete der 26-Jährige aus Rastbüchl zuletzt an, dass er das Zeug dazu hat.

Favoriten sind jedoch andere. An erster Stelle die Finnen mit Vierschanzentourneesieger Janne Ahonen (Finnland), der im Januar mit seinem zwölften Saisonsieg in Titisee-Neustadt eine phänomenale Weltcup-Bestmarke aufstellte. Auch Adam Malysz aus Polen, der in beiden Einzelkonkurrenzen als Titelverteidiger an den Start geht, befindet sich wieder in Top-Form. Hinzu kommen die Österreicher mit Martin Höllwarth und Thomas Morgenstern an der Spitze sowie die Norweger mit dem starken Roar Ljökelsöy.

"Wir sind in einer klaren Außenseiterposition. Wir würden Luftsprünge machen, wenn wir Bronze holen", formuliert Uhrmann das Ziel. Dafür muss jedoch alles stimmen, was zuletzt nicht der Fall war. Der zweite deutsche Fix-Starter Georg Späth (Oberstdorf) kommt nicht richtig in Schwung, Martin Schmitts WM-Start ist nach den schlechten Leistungen im bisherigen Saisonverlauf immer noch ungewiss und den Anschlusskadern Michael Neumayer, Stephan Hocke und Maximilian Mechler fehlt die Konstanz. Rohwein hat die Hoffnung dennoch nicht aufgegeben: "Uns liegt die Anlage in Oberstdorf. Eine Medaille muss der Anspruch sein."

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