Schümann offenbar nicht an Bord
Alinghi hält Crew und Boot geheim

Ob der dreimalige Segel-Olympiasieger Jochen Schümann am Samstag in Valencia an Bord der schweizer Yacht Alinghi stehen wird bleibt ungewiss. Vor Beginn des 32. America's Cup hält man sich beim Titeverteidiger bedeckt. Personalentscheidungen bleiben geheim.

HAMBURG/VALENCIA. "Ob ich dabei sein werde, wird die Crewliste zeigen. Aber ich konzentriere mich eigentlich voll und ganz auf die Rolle als sportlicher Leiter und werde wohl nicht auf der Crewliste auftauchen", sagt der Penzberger.

Spekulationen, dass er in den Rennen gegen Herausforderer Team New Zealand für einen Einsatz des Teameigners Ernesto Bertarelli geopfert werde, weist Schümann allerdings zurück. "Ernesto ist ein hervorragender Segler. Es geht nicht um mich, sondern um den Erfolg der Alinghi. Wir möchten die bestmögliche Konstellation auf dem Boot haben", meint der 53-Jährige, dessen Mannschaft sich vor der "best of nine"-Serie kaum in die Karten lassen schauen will.

Welche Yachten sie beim Cup zum Einsatz bringen, halten die Schweizer derzeit noch genauso geheim, wie ihren Steuermann. In dem US-Amerikaner Ed Baird und Peter Holmberg (Jungferninseln) verfügt der Titelverteidiger wie auf allen anderen Positionen auch über zwei nahezu gleichwertige Top-Leute. "Das Boot und die Crew werden erst unmittelbar vor dem Match angekündigt", sagt Schümann: "Vorher ist es noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt."

Dieses Pokerspiel dürfte auch ein Indiz dafür sein, mit welchem Respekt die Alinghi ihrem Herausforderer begegnet. Während viele Beobachter den Schweizern wie beim ersten Titelgewinn vor vier Jahren einen 5:0-Sieg gegen die Neuseeländer zutrauen, gibt sich Schümann weitaus vorsichtiger: "Die Spannung steigt, und es wird Zeit, dass es endlich losgeht. Ich gehe davon aus, dass die Rennen sehr eng werden und glaube nicht, dass eine der beiden Seiten einen Durchmarsch hinlegen wird."

Zumal sich die Rollenverteilung zwischen den Mannschaften im Vergleich zu 2003 verschoben hat. Während sich die Alinghi vor vier Jahren als Sieger der Herausforderer-Runde der eigenen Stärke sicher sein konnte, blieb ihr 2007 als Titelverteidiger nur die Rolle des Zuschauers. Das Team New Zealand kämpfte sich in den vergangenen Monaten durch 32 Matchraces, konnte Erfahrungen sammeln und das Material anhand der Ergebnisse optimieren. Die Alinghi war zuletzt am 7. April unter Wettkampfbedingungen auf dem Wasser. "Das ist an und für sich ein Nachteil, auf den wir unser Trainingsprogramm aber ausgerichtet haben", erklärt Schümann. So wurden teaminterne Rennen gesegelt, Wettkampfbedingungen simuliert, die Eigenheiten des Regattakurses analysiert und Testwettfahrten gegen andere Mannschaften organisiert.

"Wir sind auch zweimal gegen das Team New Zealand gesegelt, einmal kurz vor ihrem Herausforderer-Finale. Wir wissen vieles über sie, sie natürlich auch einiges über uns. Ich glaube, man darf sich auf einen spannenden America's Cup freuen", sagt Schümann.

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