Schumacher in Melbourne ausgeschieden: "Kein optimaler Auftakt" für Deutsche in der Formel 1

Schumacher in Melbourne ausgeschieden
"Kein optimaler Auftakt" für Deutsche in der Formel 1

Nach der Kollision von Heidfeld und Michael Schumacher geben sich beide versöhnlich. Während Ferrari-Chefstratege Brawn Heidfeld die Schuld am Crash gibt, sagte Schumacher, es gebe keinen eindeutig Schuldigen. Auch Unfallgegner Heidfeld sagte: "Sie werden nicht von mir hören, dass er Schuld hat."

HB BERLIN. Der Grundstein für eine spannende Formel-1-Saison ist gelegt. Mit dem Italiener Giancarlo Fisichella gewann einer der Herausforderer von Michael Schumacher den Grand-Prix-Auftakt in Melbourne.

Während der Rekord-Weltmeister in seinem Ferrari am Sonntag beim Großen Preis von Australien nach einer selbst verschuldeten Kollision mit dem neuen Williams-BMW-Piloten Nick Heidfeld in Runde 44 aufgeben musste, feierte Fisichella mit seinem Start-Ziel-Sieg den zweiten Karriere-Erfolg und setzte sich vor Schumachers Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien) und Fernando Alonso (Spanien) im zweiten Renault durch. «Das ist sensationell», jubelte Renault-Teamchef Flavio Briatore nach dem Paukenschlag seiner Mannschaft.

«Das ist kein optimaler Auftakt für uns Deutsche», sagte Heidfeld und war ziemlich verärgert. «Ich war in der Kurve neben Michael. Er ist dann nach rechts gezogen. Da kann sich jeder sein eigenes Bild machen», stellte der Mönchengladbacher fest.

«Michael hätte den Unfall verhindern können, wenn er nicht nach innen gezogen wäre. Das war ein hartes Manöver. Aber ich würde beiden Fahrern die Schuld geben», kommentierte Ex-Weltmeister Niki Lauda im Fernsehsender RTL die aus deutscher Sicht aufregendste Szene des Rennens. «Das war ein unglücklicher und unnötiger Unfall. Es war keine Absicht von beiden Fahrern», sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Anders sah es Ferrari-Chefstratege Ross Brawn: «Ich konnte nicht erkennen, dass Michael viel falsch gemacht hat. Den Zwischenfall muss sich Nick ankreiden.»

Noch vor dem 2. der 19 Saisonrennen am 20. März in Malaysia wollen der Ferrari-Pilot und der Williams-BMW-Fahrer die Sache aus der Welt schaffen. «Wir verstehen uns gut», sagte Heidfeld. Der 27-Jährige kündigte an: «Wir werden das so regeln, dass es nicht wieder vorkommt.» Nach dem Crash in Runde 43 bemühten sich die Unfallbeteiligten sehr darum, keine Emotionen aufkommen zu lassen. «Wie so oft im Renngeschäft, gibt es keinen eindeutig Schuldigen», sagte Rekordweltmeister Schumacher. Auch Unfallgegner Heidfeld wählte seine Worte mit Bedacht: «Sie werden nicht von mir hören, dass er Schuld hat.»

Kurz vor dem Unfall war Schumacher zum zweiten Mal aus der Boxengasse gekommen. Heidfeld wollte ihn in der Kurve innen überholen. Beim Anbremsen setzte sich «Quick Nick» neben seinen Landsmann, doch der hielt unbeirrt dagegen. «Ich war auf der Ideallinie. Ich wollte ihn ausbremsen, was auch funktioniert hätte. Dann hat er mich auf das Gras gedrängt, und ich hatte keine Chance mehr zu bremsen», sagte Heidfeld.

«Er ist vielleicht ein bisschen optimistisch gewesen, zu denken, dass ich ihn vorbeilasse», entgegnete Schumacher. «Aber ich kann ihm keinen Vorwurf machen, dass er optimistisch ist. Wenn man sich zeigen und schnell sein möchte, muss man auch etwas optimistisch sein.» Der Unfall bleibt für die beiden Deutschen ohne Konsequenzen. Die Rennleitung bewertete am Sonntag die Kollision als «normalen Rennunfall» und verzichtete auf Strafen.

Durch den Crash im Kampf um Platz acht verpatzte Michael Schumacher nach vier Siegen in Melbourne in den Jahren 2004, 2002, 2001 und 2000 den Saison-Auftakt diesmal gründlich. Der Seriensieger, der im modifizierten Vorjahreswagen unterwegs war, kam in Melbourne einfach nicht in Fahrt. Sein Teamkollege Rubens Barrichello zog dagegen alle Register und fuhr von Startplatz elf noch auf das Siegespodest.

Ralf Schumacher im Toyota beendete das erste der 19 Saison-Rennen lediglich als Zwölfter. Auch die Silberpfeile von McLaren-Mercedes konnten den Vorschusslorbeeren nicht gerecht werden. Juan Pablo Montoya (Kolumbien) kam auf Rang sechs; Kimi Räikkönen (Finnland) auf Platz acht. Als Vierter überraschend stark war dagegen der letztjährige Silberpfeil-Pilot David Coulthard (Großbritannien) vom Red-Bull-Racing-Team. Sein Teamkollege Christian Klien (Österreich) wurde Siebter.

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