Schweden und Finnland beschließen Olympia
Eishockey-Endspiel der Erzrivalen

Der sportliche Schlusspunkt im südeuropäischen Turin gehört den Skandinaviern. Bevor das Feuer im benachbarten Stadion erlischt, wollen die Eishockey-Großmächte aus dem kalten Norden noch einmal heiße Olympia-Stimmung entfachen.

HB TURIN. Kaum hatte Schweden mit dem 7:3 über Weltmeister Tschechien das Finale am Sonntag in Turin erreicht, da wünschte sich Stürmer Henrik Sedin: "Ich hoffe auf Finnland im Finale. Wir sind die größten Rivalen." Die Nachbarn taten ihm den Gefallen und entzauberten Kanada-Bezwinger Russland mit 4:0.

Die Freude über das Nachbarschaftsduell ist ganz auf finnischer Seite. "Das ist ein Traumfinale für uns. Schweden ist aus nahe liegenden Gründen der bestmögliche Gegner", sagte Verteidiger Teppo Numminen, der schon 1988 in Calgary dabei war, als die Finnen mit Silber ihren bisher größten Erfolg bei Olympia feierten. "Damals war ich 20 und wusste das gar nicht so zu würdigen", meinte Numminen, der wie sechs weitere Spieler 1998 zum Bronze-Team von Nagano gehörte und nun seinen Medaillensatz komplettieren könnte.

Das wollen die Schweden verhindern. "Wir haben 20 Jungs, die alles daran setzen werden, Gold zu holen. Das wird hoffentlich ein sehr, sehr lustiger und schöner Sonntag", sagte Trainer Bengt-Åke Gustafsson. Zwölf Jahre nach dem ersten Olympiasieg könnten Peter Forsberg sowie Jörgen und Kenny Jönsson zum zweiten Mal ganz oben auf dem Treppchen stehen. Forsberg hatte 1994 in Lillehammer den entscheidenden Penalty im Finale gegen Kanada verwandelt. Von Leistenbeschwerden ist nichts mehr zu sehen, der Stürmerstar hatte deswegen die ersten beiden Partien in Turin ausgelassen.

"Ich hoffe, er hat sein bestes Spiel noch vor sich", meinte Gustafsson, der sich um die Vorrunden-Niederlagen gegen Russland und die Slowakei nicht scherte und seine Schützlinge Kräfte sparen ließ. Finnland gewann dagegen alle sieben bisherigen Spiele und blieb dabei fünf Mal ohne Gegentor. Selbst die Russen um den neuen NHL-Star Alexander Owetschkin brachten gegen die auch im Überzahlspiel extrem gefährlichen Finnen nichts zu Stande. "Wir hatten nicht genug Kraft", sagte Trainer Wladimir Krikunow am Freitagabend. Noch deutlicher wurde 21 Stunden vor dem Spiel um Platz drei Verteidiger Daniil Markow: "Ich bin so müde, dass ich nicht mehr gehen kann."

Während Russen und Tschechen nur die Hoffnung auf Bronze blieb, versprach der 38-jährige Veteran Numminen ein großes Finale. So wie 1995: Damals holten die Finnen ausgerechnet in Stockholm im Endspiel gegen Schweden ihren bisher einzigen Weltmeistertitel. 1992 und 1998 setzten sich dagegen die Schweden durch, die sich zudem 2003 für die im eigenen Land erlittene Schmach revanchierten: Im denkwürdigen WM- Viertelfinale von Helsinki schaffte das "Drei-Kronen-Team" nach einem 1:5-Rückstand noch den 6:5-Sieg und schockte ganz Finnland.

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