Schweizer Alinghi-Team nach wie vor ungeschlagen
„Der rote Mond geht wieder auf“

Die Italiener haben ihr Herz nicht nur an den Fußball und an Ferrari verloren sondern auch an den America´s Cup. Die Verkörperung des italienischen Cup-Traumes ist die Verbindung Prada und Francesco de Angelis.

HB BERLIN. Der Skipper segelt zum dritten Mal auf dem von Prada-Magnaten Patricio Bertelli gesponserten Boot. Nur weil de Angelis zusagte, startet Prada überhaupt beim 32. America’s Cup. De Angelis ist in seinem Heimatland ein Held, seitdem er vor fünf Jahren im Finale der Herausforderer das Spitzenteam von „AmericaOne“ auf der „Luna Rossa“ denkbar knapp mit 5:4 besiegte. „Der rote Mond ist aufgegangen“ titelten die italienischen Zeitungen damals. Dass das Team dann im Finale gegen Neuseeland mit 0:5 unterging, wog da nicht mehr allzu schwer. Auch in den bisherigen Vorläufen (Acts) machten sich die heimlichen Favoriten, die mit dem jungen Australier James Spithill den frisch gebackenen Match-Race-Weltmeister an Bord haben, denkbar gut. Bei den Acts in Malmö schlugen sie gar die Neuseeländer, die in der Gesamtwertung mit ihnen nun punktgleich hinter „BMW Oracle“ liegen.

Morgen landet der America’s Cup nach Marseille, Valencia und Malmö nun erstmals in seiner Geschichte in Italien, im schönen Hafenstädtchen Trapani, am Westzipfel Siziliens. Die antike Stadt wird der „Luna Rossa“ einen ehrwürdigen Empfang bereiten. Die Acts 8 und 9 werden ohne Zweifel ein italienisches Fest. Denn mit „Mascalzone Latino - Capitalia Team“, das schon in Neuseeland 2002/2003 dabei war, und den Neueinsteigern von „+ 39 Challenge“ sind noch zwei weitere Teams aus Italien dabei. Im Vorfeld der Cup-Vorbereitungen waren sogar mal bis zu zwölf Cup-Projekte im Gespräch gewesen, was zeigt, welchen Stellenwert die Regatta in Italien hat.

Die 60 000 Einwohner-Stadt, die sich durch den Cup einen Aufschwung im Tourismus erwartet, war trotz ihrer Seelage und guten Segelbedingungen noch nie Austragungsort einer großen Regatta. Deswegen musste die Infrastruktur, insbesondere der Hafen, für das Ereignis umgebaut und modernisiert werden. „Wir haben in acht Monaten Veränderungen in der Infrastruktur herbeigeführt“, sagt Jean-Pierre Maffe als Direktor der Trapani-Acts, „die unter normalen Voraussetzungen 20 Jahre benötigt hätten.“ Da es allerdings nicht genügend Hotels und Betten gibt, werden zwei mittelgroße Kreuzfahrtschiffe mit den Spitznamen „Love Boats“ die rund 2 000 Gäste zwei Wochen beherbergen.

Seite 1:

„Der rote Mond geht wieder auf“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%