Schwimmen DM
Britta Steffen löst Olympia-Ticket in Rekordzeit

Schwimmerin Britta Steffen ist bei den deutschen Meisterschaften in Europarekord-Zeit zum Sieg über 100m Freistil geschwommen und hat sich dadurch die Olympia-Teilnahme gesichert.

Drei Wochen nach ihrer Entthronung als Weltrekordhalterin über ihre Paradestrecke hat Britta Steffen ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei den nationalen Meisterschaften triumphierte die Berlinerin in ihrer Heimatstadt über 100m Freistil und stellte dabei einen neuen Europarekord auf. In 53,20 Sekunden sicherte sich die WM-Dritte gleichzeitig die Olympia-Teilnahme. Steffen blieb ein Zehntel unter ihrer eigenen Bestmarke und ihrem früheren Weltrekord, den sie bei ihrem EM-Triumph am 2. August 2006 in Budapest aufgestellt hatte.

Steffen verfehlte zudem lediglich um 32 Hundertstel den vor drei Wochen geschwommenen Weltrekord der Australierin Lisbeth Lenton-Trickett. Als Zweite verpasste Petra Dallmann (Heidelberg) in 54,90 nur knapp die Olympia-Norm (54,61).

"Mir sind ganz viele Wackersteine vom Herzen gefallen", meinte Steffen nach ihrem beeindruckenden Coup erleichtert: "Die letzten Tage waren nicht einfach für mich, denn ich war eine negative Presse aus dem eigenen Land nicht gewohnt. Aber ich habe die passende Antwort gegeben."

Buschschulte macht vierte Olympia-Teilnahme perfekt

In Peking strebt die WM-Dritte und Ex-Europameisterin das erste Olympia-Gold für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) seit Dagmar Hase 1992 in Barcelona an. "Zum Weltrekord der Australierin Lisbeth Trickett ist es aber noch ein weiter Weg. Ich sehe mich deshalb auch nicht als Favorit und weiß, dass ich noch viel zu tun habe", sagte die 24-Jährige. Allerdings hatte Steffen, die zum Abschluss in Berlin am Mittwoch die Fahrkarte über 50m Freistil lösen will, zuletzt auch mit Schulterproblemen ausgesetzt und deshalb auf die EM in Eindhoven verzichtet.

"Wahnsinnig erleichtert" war auch Antje Buschschulte. Die Magdeburgerin schwamm zeitgleich mit Daniela Götz aus Erlangen (55,04) auf Platz drei, qualifizierte sich hinter Steffen und Dallmann für die Staffel und machte damit im letzten Versuch die Teilnahme an ihren vierten Olympischen Spielen perfekt.

Wie schon über 100m Freistil schwamm Steffen Deibler auch über die halbe Strecke deutschen Rekord. In 22,11 Sekunden blieb der 20-Jährige aus Biberach vier Hundertstel unter der Bestmarke von Rafed El-Masri aus dem Vorlauf. Der Deutsch-Syrer El-Masri (22,26) qualifizierte sich ebenfalls für Peking und wird dort auch für den DSV an den Start gehen. Der 25 Jahre alte Berliner war in Athen und bei der WM in Melbourne noch für das Heimatland seiner Eltern angetreten.

Auch Meeuw und Poewe präsentieren sich in guter Form

Ihre gute Form unterstrichen die neuen Europarekordler Helge Meeuw und Sarah Poewe. Der Frankfurter Meeuw sicherte sich über 200m Rücken (1:57,92) ebenso seinen zweiten Start in Peking wie Poewe über 200m Brust. Poewe blieb in 2:25,53 Minuten nur zwei Zehntel über dem deutschen Rekord von Birte Steven und verwies die ebenfalls qualifizierte Olympia-Dritte Anne Poleska aus Essen (2:25,79) auf Platz zwei.

Die Chance auf die Olympia-Qualifikation über 200m Lagen vorzeitig vergeben hatte Kamil Kasprowicz. Der deutsche Rekordhalter aus Hannover wurde im Vorlauf nach einem Wendefehler disqualifiziert. Den Titel sicherte sich Deibler (2:02,23), der aber über der Richtzeit blieb.

© SID

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