Schwimmen DM
Deutsche Schwimmer auf Rekordjagd

Bei den deutschen Meisterschaften hat Britta Steffen einen Weltrekord über 100m Freistil erschwommen. Auch Daniela Samulski, Helge Meeuw und Thomas Rupprath schwammen Bestzeiten.

Mit Weltrekord im neuen "Weltraumanzug" ist Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen zu einem weiteren Höhenflug abgehoben und hat einen Monat vor der WM in Rom ein deutliches Zeichen gesetzt. Die 25-Jährige sorgte am zweiten Tag der deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin über 100m Freistil für das Highlight und blieb im Vorlauf in 52,85 Sekunden drei Hundertstel unter der Bestmarke der australischen Rivalin Lisbeth Trickett.

Am Nachmittag legten über 50m Rücken Daniela Samulski mit europäischer Bestmarke (27,85) sowie Ex-Europameister Helge Meeuw (24,74) und "Evergreen" Thomas Rupprath (24,73) mit nationalen Rekorden im Minutentakt nach. Zudem knackte Hendrik Feldwehr über 50m Brust (27,37) den deutschen Rekord von Ex-Weltmeister Mark Warnecke. Alle vier blieben unter der Qualifikations-Norm für Rom.

Titel sicherten sich über 200m Lagen der Darmstädter Yannick Lebherz (2:01,02), über 1500m Freistil Martin Grodzki aus Hannover (15:28,18) sowie Annika Mehlhorn (Baunatal) über 400m Lagen (4:43,89).

Steffen: "Bilde mir auf den Rekord nichts Großes ein"

Steffen, die sich zuletzt verstärkt auf ihr Studium konzentriert hatte, fegte zur Morgenstunde im Europapark an der Landsberger Allee jegliche Zweifel an ihrer Form auf einen Schlag vom Tisch. "Mit dieser Zeit habe ich mir nach Olympia einen zweiten Lebenstraum erfüllt. Ich fühle mich sehr gut und der neue Anzug gibt im wahrsten Sinne des Wortes zusätzlichen Auftrieb", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres 2008. Das Finale findet am Samstag statt.

In Rom, wo sie ihren ersten WM-Titel gewinnen will, sieht sich die Berlinerin aber trotzdem nicht in klarer Favoritenstellung. "Ich bilde mir auf diesen Rekord nichts Großes ein. Bei der WM wird diese Marke mit Sicherheit wieder gebrochen", sagte Steffen gewohnt zurückhaltend.

Steffen nutzte die Gunst der Stunde vielmehr zur Kritik am "Rüstungswahn" im Schwimmsport: "Mein neuer Anzug ist wie von einem anderen Stern, wie ein Weltraumanzug. In dem Anzug bin ich knapp eine Sekunde schneller", erklärte Steffen, die das neue Produkt erst vor einer Woche erhalten hatte: "Die Entwicklung ist schädlich für unseren Sport."

Samulski verbesserte den alten gemeinsamen Europarekord der Russin Anastasia Suewa und der Kroatin Sanja Jovanovic um zwei Zehntel und unterstrich nach zuletzt vier deutschen Bestmarken in Serie ihre blendende Verfassung. Der vermeintliche Europarekord von Suewa (27,47) aus dem April war wegen eines nicht zugelassenen Wettkampfanzuges vom Europäischen Verband LEN aberkannt worden.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%