Schwimmen DM
Deutsche Schwimmer wollen Ruf aufpolieren

Die verkorkste WM in Australien ist noch frisch in Erinnerung: Jetzt wollen Deutschlands Top-Schwimmer bei den nationalen Titelkämpfen in Berlin mit guten Leistungen bis Sonntag den angeknacksten Ruf aufpolieren.

Deutschlands Schwimmer streben bei den 119. nationalen Titelkämpfen in Berlin Wiedergutmachung für das desolate WM-Abschneiden von Melbourne an. "Ich hoffe, dass unsere Athleten das schwache Leistungsbild von Australien aufhellen können", sagte Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), und nimmt die WM-Versager in die Pflicht: "Jeder Einzelne ist gefordert." Die Titelkämpfe beginnen am Mittwoch und enden am Sonntag.

Auf dem Weg aus der Krise liegt die Last einmal mehr auf Britta Steffen. Die WM-Dritte sucht beim "Heimspiel" im Europapark an der Landsberger Allee nicht nur Trost für das verpasste WM-Gold, sondern soll dem Großteil der in Melbourne weit unter Form gebliebenen Mannschaft gleich zum Auftakt über 50m Freistil neue Impulse geben.

Madsen fordert deutsche Schwimm-Profis

"Ich erhoffe mir durch die DM auch Rückschlüsse auf die Trainingsgestaltung mit Blick auf Olympia in Peking", sagte Madsen, der auf der Auftakt-Pressekonferenz eine Vollprofessionalisierung der deutschen Schwimmer nach dem Vorbild der USA forderte. "Sonst haben wir auf dem absoluten Top-Niveau keine Chance mehr", erklärte der 61 Jahre alte Norweger und erhöhte zugleich den Druck: "Die DM hat zwar keinen Qualifikations-Charakter für ein internationales Großereignis, aber die Zeiten werden ausschlaggebend sein für die Nominierung der Mannschaft für den Wettkampf im August in Paris."

Allerdings kommen die Olympia-Dritte Antje Buschschulte und ihr Lebensgefährte Helge Meeuw von einem verlängerten Australien-Urlaub nach Berlin. Die Wahl-Amerikanerin Anne Poleska ist nach ihrem Bänderriss im Sprunggelenk gehandicapt. Staffel-Vize-Weltmeisterin Meike Freitag (Meniskus-Operation) und Kurzbahn-Weltmeisterin Janine Pietsch (Zahn-Operation) haben ihre Teilnahme ganz abgesagt.

Für weltmeisterlichen Glanz sorgen allein die beiden Langstreckler Thomas Lurz und Britta Kamrau-Corestein, die sich in Berlin der Konkurrenz im Becken stellen. Mark Warnecke, der bei der anvisierten Titelverteidigung Down Under im Vorlauf gescheitert war, will seine Karriere mit seinem 33. nationalen Triumph beenden.

Steffen geht neben dem Sprint noch am Samstag über ihre Paradestrecke 100m Freistil an den Start. "Auch wenn der Zeitpunkt der Meisterschaften nur zehn Tage nach dem Ende der WM nicht gerade günstig ist, nehme ich meine Starts sehr ernst", sagte Steffen. Ihre schärfste Konkurrentin könnte Junioren-Weltmeisterin Daniela Schreiber sein. Ein Höhepunkt ist zum Abschluss am Sonntag über 200m-Freistil der Auftritt von Annika Lurz, die sich in Melbourne mit Fabelzeit nur der Französin Laure Manaudou geschlagen geben musste.

Showdown über 50m Rücken

Bei den Männern kommt es am Sonntag über 50m-Rücken zum Showdown zwischen Vize-Weltmeister Thomas Rupprath, dem WM-Vierten Steffen Driesen, Europameister Meeuw, dem früheren EM-Titelträger Stev Theloke und Marco di Carli. Youngster di Carli ist einer der DSV-Hoffnungsträger, die die WM-Qualifikation verpasst hatten und sich nun für Peking in Position bringen wollen.

© SID

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