Schwimmen DM
DSV erlebt in Berlin Wechselbad der Gefühle

Der DSV konnte sich bei den nationalen Meisterschaften in Berlin über vier neue Rekorde freuen. Für Unruhe sorgte hingegen der Startverzicht und die Kritik von Britta Steffen.

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) erlebte am Wochenende bei den nationalen Meisterschaften und der Qualifikation für Peking in den Becken der Schwimm- und Sprunghalle im Europapark in Berlin ein Wechselbad der Gefühle. Wohltuend waren die Rekorde von Helge Meeuw, Sarah Poewe, Paul Biedermann und Christian Kubusch, eiskalt erwischte den DSV hingegen Olympia-Goldhoffnung Britta Steffen mit ihrem Startverzicht über 200-m-Freistil und scharfer Kritik.

Steffen verursachte durch ihre Weigerung ins Becken zu steigen sowie provokante Aussagen für mächtigen Wirbel. Die 24-Jährige warf den Kollegen in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" fehlende mentale Stärke ("Wir machen uns immer in die Hosen"), falsches Training und mangelnden Teamgeist vor - lässt die Staffel in Peking aber im Stich. Bei ihrem Heimspiel geht Steffen nun erstmals am Dienstag auf ihrer ehemaligen Weltrekordstrecke 100-m-Freistil an den Start.

Lurz rehabilitiert sich über 200-m-Freistil

Erfreulich war dagegen die Olympia-Qualifikation von Vize-Weltmeisterin Annika Lurz. Die Vize-Weltmeisterin rehabilitierte sich mit ihrem Sieg auf ihrer Paradestrecke 200-m-Freistil für die verpasste Olympia-Norm am Vortag über die doppelte Distanz. "Mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen. Nach meiner Rückenverletzung hatte ich mir schon Gedanken gemacht, ob ich es packe", erklärte die Würzburgerin, die unter den Augen von Ex-Weltrekordlerin Franziska van Almsick in 1:57,83 Minuten die ebenfalls qualifizierte Petra Dallmann aus Heidelberg (1:58,60) auf Platz zwei verwies.

Für die Höhepunkte mit Europarekorden hatten Meeuw über 100-m-Rücken und Poewe über 100-m-Brust bereits am Samstag gesorgt. "Ich habe aus meinem Bauchplatscher im Vorjahr bei der WM gelernt. Ich bin aber noch immer nicht da, wo ich hin möchte", erklärte der Frankfurter, der in 53,10 Sekunden 36 Hundertstel unter der eigenen Bestmarke blieb und damit auch die Kritik am Wettkampfanzug von DSV-Ausrüster adidas verstummen ließ. Als Erster der Weltrangliste kann Meeuw, der am Sonntag auf das Finale über 200-m-Schmetterling als Vorlaufzweiter verzichtete, nun vom großen Olympia-Coup träumen.

Die Wuppertalerin Poewe freute sich über ihre "Hammerzeit" und die Rückkehr zu alter Stärke. In 1:07,10 Minuten unterbot die Wahl-Südafrikanerin die gemeinsame Bestmarke von Emma Igelstroem (Schweden) und Anna Chlistunowa (Ukraine) um 17 Hundertstel.

Biedermann verbessert seinen EM-Rekord

Zudem verbesserte Biedermann (Halle/Saale) über 200-m-Freistil seinen Rekord vom EM-Triumph in Eindhoven, wo er die 24 Jahre alte Marke von Michael Groß geknackt hatte, in 1:46,37 um 22 Hundertstel. Eine nationale Bestmarke stellte auch Christian Kubusch auf der nicht-olympischen 800-m-Freistil-Strecke auf. In 7:49,22 blieb der Magdeburger 2,37 Sekunden unter der alten Marke von Langstrecken-Weltmeister Thomas Lurz.

Tragische Figur ist bislang Buschschulte. Die Magdeburgerin, die Ende 2007 an der Schulter operiert worden war, verpasste nach den 100-m-Schmetterling auch über 100-m-Rücken als Zweite (1:01,30) die Richtzeit und sagte am Sonntag ihren Start über 200-m-Freistil ab. Buschschulte bleibt damit nur noch die Hoffnung auf die 200-m-Rücken, wo sie 2004 in Athen Bronze holte, sowie auf einen Start in der 4x100m-Freistilstaffel.

Keine Olympia-Freikarte für Buschulte

Eine Ausnahme wird es laut DSV-Sportdirektor Örjan Madsen für Buschschulte bei der Olympia-Nominierung ebenso wenig geben wie für Christin Zenner (Hildesheim), die über 100-m-Rücken (1:01,24) die Norm um eine Hundertstel verfehlte.

Am Wochenende lösten dagegen zudem Thomas Rupprath über 100-m-Rücken (54,16), Steffen Deibler über 200-m-Freistil (1:47,71), Katharina Schiller mit ihrem Titel über 200-m-Lagen (2:13,73) sowie Sonja Schöber über 100-m-Brust (1:08,17) und 200-m-Lagen (2:14,48) weitere Fahrkarten für Peking. Damit sind nach drei Wettkampftagen bislang 13 Athleten auf Einzelstrecken für Olympia qualifiziert.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%