Schwimmen DM
DSV-Sportdirektor Madsen: "Mit gutem Team zur WM"

Trotz einiger Rückschläge bei der Winter-DM und WM-Qualifikation in Hannover ist Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes, zuversichtlich: "Wir werden mit einem guten Team zur WM reisen."

Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes, stellte sich nach der Winter-DM und WM-Qualifikation in Hannover, in einem Interview den Fragen zur aktuellen Situation im deutschen Schwimmsport.

Frage: "Herr Madsen, sind Ihre Sorgenfalten nach den deutschen Winter-Meisterschaften und der WM-Qualifikation für Melbourne wieder größer geworden?"

Örjan Madsen: "Nein, ich habe keine Sorgenfalten, das sind Lachfalten. Aber im Ernst: Es ist richtig, dass es zum Teil etwas holprig gelaufen ist. Dass ausgerechnet Britta Steffen und Helge Meeuw krank geworden sind, schlägt natürlich ins Kontor."

Frage: "Sie waren nach dem ersten Höhentrainingslager unter ihrer Regie sehr optimistisch. Doch gerade die Schwimmer, die sich in der Sierra Nevada vorbereitet haben, sind zum Teil unter ihrer Form geblieben. Steht das Konzept jetzt in Frage?"

Madsen: "Nein, die Höhentrainingslager sind und bleiben ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Vorbereitung auf die WM sowie vor allem auf Olympia 2008 in Peking. Vielleicht werden wir in Einzelfällen aber eine Ausnahme machen. Man kann ja nicht mit dem Kopf gegen die Wand rennen."

Frage: "Sind die zahlreichen Erkrankungen möglicherweise auch auf die hohen Belastungen in der Vorbereitung zurückzuführen?"

Madsen: "Das wäre nur eine Ausrede. Jeder hat die Pflicht, sich so zu verhalten, dass er gesund bleibt. Das ist das Wichtigste überhaupt."

Frage: "Werden Sie die Qualifikation-Kriterien für Melbourne nun noch nachträglich überdenken - zum Beispiel im Fall von Britta Steffen, die ja wegen ihrer Magen-Darm-Grippe in Hannover über 200m Freistil nicht starten konnte?"

Madsen: "Die Kriterien sind eindeutig. Bei den Frauen haben über 200 m Freistil Annika Lurz und Meike Freitag die Norm unterboten. Generell habe ich auch die Pflicht, die stärksten Schwimmer in Melbourne an den Start zu bringen."

Frage: "Wer hat Sie in Hannover denn überhaupt überzeugt?"

Madsen: "In erster Linie natürlich Annika Lurz. Ihr Auftritt über 200m Freistil war überragend. Die deutschen Rekorde von Antje Buschschulte, Thomas Lurz, Janne Schäfer und Daniela Samulski sprechen für sich. Ich denke, dass man auch mit der Leistung von Janine Pietsch zufrieden sein kann. Janine ist hier trotz einer Kieferoperation und einer Grippe im Vorfeld schon wieder sehr schnell geschwommen."

Frage: "Ist die Euphorie nach den starken Auftritten bei der EM schon wieder verflogen und mit welchem Gefühl werden sie nach Melbourne reisen?"

Madsen: "Nun, ich habe nie gesagt, dass die Athleten sofort über das Wasser fliegen würden. Wir werden mit einem guten Team zur WM reisen."

© SID

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