Schwimmen DM
Kurzbahn-Asse gehen auf Rekorde-Jagd

Bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften peilen Paul Biedermann und Co noch einmal neue Rekorde an. Oldie Mark Warnecke gibt ein Kurz-Comeback, Britta Steffen nimmt nicht teil.

Es geht um Titel, Tickets, Rekorde - und den guten Ruf: Nach dem Doping-Verdachtsfall gegen Olympiateilnehmerin Sonja Schöber kämpfen Deutschlands Schwimmer um Doppel-Weltmeister Paul Biedermann bei den nationalen Kurzbahn-Meisterschaften von heute bis Sonntag in Essen auch um ihr Saubermann-Image. Zudem feiert "Schwimm-Opa" Mark Warnecke mit 39 Jahren im Rahmenprogramm beim Weltrekordversuch der Essener 4x50-m-Bruststaffel ein Kurz-Comeback.

Während sich die Führung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) um Präsidentin Christa Thiel bislang nicht zum Fall Schöber äußern wollte, beschränkt sich Bundestrainer Dirk Lange ganz auf die sportlichen Aspekte der DM. Zwei Wochen nach dem Weltcup in Berlin erwartet Lange bei der Qualifikation für die EM in Istanbul (10. bis 13. Dezember) eine "historische Meisterschaft" und ein weiteres "Rekordfestival".

DM ohne Britta Steffen

In Abwesenheit von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen, die während der Kurzbahn-Saison pausiert, steht erneut vor allem DSV-Star Biedermann im Rampenlicht. Der 23-Jährige aus Halle/Saale verzichtet zwar zu Beginn am Freitag auf seine Titelverteidigung über 800m Freistil, geht dafür neben seinen Weltrekordstrecken über 200 und 400m auch auf der 100-m-Distanz an den Start.

Biedermann will mit den noch bis zum Jahresende erlaubten High-Tech-Anzügen für weitere Großtaten sorgen. Daneben stehen bei den Männern Weltrekordler Steffen Deibler (Hamburg), die Duelle von Marco Koch (Darmstadt) und Lokalmatador Hendrik Feldwehr auf den Bruststrecken sowie Oldie Thomas Rupprath im Focus.

Mammutprogramm für Samulski

Vizeweltmeister Helge Meeuw wird aus Studiengründen dagegen nur als Kurzarbeiter über 100m Rücken aktiv werden. Europas schnellste Rückensprinterin Daniela Samulski hat sich bei ihrem Heimspiel im Essener Stadtbad indes wie Deibler mit fünf Einzel- und zwei Staffelstarts ein Mammutprogramm auferlegt.

"Diese Meisterschaft stellt einen Gradmesser unserer bisherigen Arbeit dar. Unsere Athleten haben eine knallharte Vorbereitung mit Weltcups und deutschen Mannschaftsmeisterschaften durchlaufen. Alle wollen sich noch einmal in den Rekordlisten verewigen", sagt Lange. Bis jetzt haben sich bei den Weltcup-Rennen zehn Frauen und neun Männer für den Jahresabschluss bei der EM am Bosporus qualifiziert.

Oldie Warnecke probiert es noch einmal

Für Spannung sorgt auch der Kurzauftritt von Warnecke am Sonntag in der ungewohnten 4x50-m-Bruststaffel. Beim Weltcup in Berlin habe er seine Zusage gegeben. Seitdem trainiert der Oldie "dreimal pro Woche im Wasser und zweimal an Land, jeweils eine knappe Stunde". "Mein Fahrwerk wird schon halten", sagt der 39-Jährige. Vor zwei Jahren hatte Warnecke, der sich 2005 in Montreal zum ältesten Weltmeister gekürt hatte, seine Karriere beendet.

Überschattet wird die DM von dem in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Doping-Verdacht gegen die Dortmunderin Schöber. Bei der 24-Jährigen hatte es auffällige Testosteron- bzw. Epi-Testosteronwerte gegeben. Schöber beteuert zwar ihre Unschuld, darf in Essen wegen des laufenden Verfahrens aber nicht starten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%