Schwimmen DM
Lurz schrammt hauchdünn am Weltrekord vorbei

Bei den deutschen Winter-Meisterschaften hat Schwimmerin Annika Lurz über 200m-Freistil die Weltrekordmarke nur um neun Hundertstel verfehlt. Schwager Thomas Lurz und Antje Buschschulte gelangen neue deutsche Bestmarken.

Nur ein Wimpernschlag hat der Würzburgerin Annika Lurz bei den deutschen Winter-Meisterschaften der Schwimmer in Hannover zur Weltrekordmarke von Franziska van Almsick gefehlt. Die Vize-Europameisterin schrammte über 200m-Freistil in 1:56,73 Minuten um neun Hundertstel an der vier Jahre alten Bestmarke von "FvA" vorbei. Das Familienglück perfekt machte Schwager Thomas Lurz, der über 800m-Freistil ebenso einen deutschen Rekord aufstellte wie Antje Buschschulte über 50m-Schmetterling.

"Habe mich richtig erschrocken"

Nach ihrem Husarenritt war Annika Lurz fast fassungslos. "Zuerst habe ich die Zeit der Zweitplatzierten Meike Freitag für meine gehalten. Dann habe ich mich richtig erschrocken", erklärte die 27-Jährige, die bei der EM in Budapest noch unter ihrem Mädchennamen Liebs als "Golden-Girl" in der Staffel für Furore gesorgt und danach ihren Trainer Stefan Lurz geheiratet hatte: "Den Weltrekord hatte ich nie im Visier. Deshalb ärgert es mich auch nicht, dass ich ihn knapp verpasst habe."

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Lurz und der kurzfristig erkrankten Britta Steffen fiel unterdessen ins Wasser. Steffen war bereits am Morgen von einer Magen-Darm-Grippe gestoppt worden und musste ihren Start absagen. "Ich habe mich schon am Donnerstag nicht wohl gefühlt und den ganzen Tag gefroren", sagte die vierfache Europameisterin, die fünf Wochen nach ihrem doppelten Fingerbruch einen erneuten gesundheitlichen Rückschlag verkraften musste.

Ob Steffen, die zum Auftakt über 50m-Freistil gewonnen hatte, zumindest zum Abschluss am Sonntag über ihre Weltrekordstrecke 100m-Freistil starten kann, ist noch fraglich. Unklar ist auch, ob die 23 Jahre alte Berlinerin durch die Absage ihre WM-Qualifikation über 200m-Freistil verspielt hat. DSV-Sportdirektor Örjan Madsen deutete eine mögliche "Lex Steffen" an: "Es ist zwar die höchste Pflicht jedes Sportlers, beim Wettkampf gesund zu sein. Aber meine Aufgabe ist es, die stärksten Schwimmer bei der WM starten zu lassen", sagte Madsen.

Buschschulte knackt eigene Bestmarke

Dazu gehört im Becken auch endgültig Langstreckenkönig Thomas Lurz. Der Welt- und Europameister über fünf und zehn Kilometer verbesserte in 7:51,59 Minuten die 15 Jahre alte Bestmarke des Potsdamers Jörg Hoffmann um 96 Hundertstel und darf sich bei der WM somit sowohl auf einen Start in der Bucht vor Melbourne als auch im Becken freuen. Die Magdeburgerin Buschschulte blieb in 26,35 Sekunden 13 Hundertstel unter ihrer Bestmarke Ende Juli bei der EM in Budapest.

Ihr neuer Lebenspartner Helge Meeuw meldete sich im Gegensatz zu Britta Steffen zwar wieder fit. Allerdings musste der Europameister gehandicapt von einer Erkältung über 100m-Rücken in 55,16 Sekunden dem Wuppertaler Steffen Driesen (54,69) den Vortritt lassen.

Poleska schwimmt am WM-Ticket vorbei

Weiter auf der Erfolgswelle schwamm Janne Schäfer. Einen Tag nach ihrem deutschen Rekord über 50m-Brust sicherte sich die Kurzbahn-Europameisterin aus Wolfsburg in 1:08,10 Minuten auch über die doppelte Strecke Titel und WM-Ticket. Die Wahl-Amerikanerin Anne Poleska (1:10,33) verpasste als Fünfte indes die WM-Qualifikation. Die Olympia-Dritte von Athen hofft nun auf ihrer Paradestrecke 200m auf Wiedergutmachung für die verpasste EM-Teilnahme im Sommer.

© SID

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