Schwimmen DM
Meeuw schwimmt zu zweitem Europarekord

Helge Meeuw konnte sich am Abschlusstag der deutschen Meisterschaften in Berlin über seinen zweiten Europarekord freuen. Als Startschwimmer der 4x100m-Staffel knackte er die alte Bestmarke des Russen Arkadi Wjatschanin.

Ein Rekord bei den deutschen Meisterschaften in Berlin war Helge Meeuw zu wenig. Zum Abschluss der Wettkämpfe ist der 21-Jährige zu seinem zweiten Europarekord geschwommen. Einen Tag nach seiner Bestmarke über 200m Rücken in 1:56,34 Minuten blieb der Startschwimmer der 4x100-m-Lagen-Staffel des SC Wiesbaden in 53,46 Sekunden 46 Hundertstel unter dem drei Jahre alten Rekord des Russen Arkadi Wjatschanin. Für die Wiesbadener reichte es dennoch nur zu Platz vier. Meeuw ist aber mit fünf Titeln erfolgreichster Schwimmer der Titelkämpfe.

"Habe nochmal alle Kraft rausgeholt"

"Das war das letzte Rennen, da habe ich noch mal alle Kraft rausgeholt. Ich komme immer besser in Fahrt", sagte Meeuw, der mit insgesamt fünf Goldmedaillen Appetit auf Mehr machte. Da die Vorzeigeschwimmer Thomas Rupprath (Hannover) und Anne Poleska (Wiesbaden) in der Schwimmhalle am Europapark aber gehörig aus dem Takt gerieten, endeten die ersten Titelkämpfe unter dem neuen Sportdirektor Örjan Madsen als Leistungsschau mit Höhen und Tiefen. "Ich habe mich sehr gefreut, dass die Trainer in der Lage waren, die Schwimmer topfit hierher zu schicken", meinte Madsen.

Dabei hatte der neue Sportdirektor neben Meeuw vor allem ein Frauen-Trio im Blick: Die 200-m-Freistil-Siegerin Annika Liebs (Würzburg), Rücken-Weltrekordlerin Janine Pietsch (Ingolstadt/2 Titel) und Britta Steffen (Berlin), die über 100m Freistil in 54,29 Sekunden deutschen Rekord schwamm, dabei sogar Franziska van Almsick übertraf und zum Abschluss am Sonntag noch im Freistilsprint als Erste anschlug.

Hetzer erfolgreichste Schwimmerin

"Diese drei sind absolut europäische Spitze", sagte Madsen. Zur erfolgreichsten Schwimmerin kürte sich am Sonntag Nicole Hetzer (Burghausen) mit insgesamt vier Goldmedaillen. Hinzu kommt die vierfache WM-Medaillengewinnerin Antje Buschschulte (Magdeburg), in Berlin über 50m Schmetterling ganz vorn.

Medaillenträume für die EM in Budapest (26. Juli bis 6. August) sind für das 27-köpfige Team des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) also erlaubt - vor allem in Sachen Meeuw. Madsen sah ihn als "herausragenden Schwimmer der DM. Er ist mental viel stärker geworden und kann mit Druck umgehen."

Rupprath geht leer aus

Meeuw hatte nach seinem Marathon mit fünf Starts zwar schon "dicke Beine", schwang sich in der Staffel aber noch einmal in ungeahnte Höhen auf. "Ich werde jetzt weitertrainieren und versuchen, die Form in Budapest zu wiederholen", meinte Meeuw. Rupprath und Amerika-Rückkehrerin Poleska sind dagegen nach Trainerwechseln noch nicht wieder in der Erfolgsspur und fehlen in Budapest. Rupprath schwamm gleich dreimal an der EM-Quali vorbei und blieb erstmals seit 1998 ohne einen DM-Titel.

Die Olympia-Dritte und WM-Zweite Poleska wurde über 200m Brust völlig überraschend nur Vierte.Örjan Madsen stärke seinen Stars den Rücken: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich Anne und Thomas wie Profis auf Peking vorbereiten und letztendlich auch im Olympia-Team stehen werden." Unter dem Titel §Weltklasse 2008§ sollen sich rund 30 Athleten ab August auf den langen Marsch nach China machen: "Wir werden uns alle in Frage kommenden Athleten genau anschauen und dann entscheiden, ob sie ein Angebot erhalten, an dem Projekt mitzuwirken."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%