Schwimmen DM
Schwimmstar Biedermann muss DM-Teilnahme absagen

Die deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen gehen ohne Top-Star Paul Biedermann über die Bühne. Der Doppel-Weltmeister muss wegen einer Erkältung kurzfristig passen.

Die kurzfristige Absage von Schwimmstar Paul Biedermann hat die deutschen Kurzbahn-Meisterschaften noch vor ihrem Auftakt überschattet. Der Doppel-Weltmeister, der in Essen über seine Weltrekord-Strecken 200 und 400m sowie über 100m Freistil antreten wollte, musste wegen eines grippalen Infekts passen.

Die Nachfolge von Biedermann über 800m Freistil trat der Magdeburger Christian Kubusch an, der in 7:36,46 Minuten nur 1,23 Sekunden über Biedermanns Europarekord aus dem Vorjahr blieb. Über 400m Lagen verteidigten Theresa Michalak aus Halle/Saale (4:32,62) und der für die SG Frankfurt startende Pole Lukasz Wojt (4:04,82) ihre Titel erfolgreich. Über 1500m Freistil schwamm die erst 15 Jahre alte Wuppertalerin Elisa Thimm (16:36,58) zu Gold.

Biedermann reiste dagegen gar nicht erst nach Essen an. "Es ist zwar schade und ich ärgere mich sehr, aber ich lasse der Gesundheit den Vortritt", erklärte Biedermann. Am Mittwoch war bei dem 23-Jährigen aus Halle/Saale ein Abstrich im Rachen genommen worden, dabei wurde eine mögliche Erkrankung mit der Schweinegrippe ausgeschlossen.

EM-Norm bereits erfüllt

Einer Teilnahme von Biedermann bei der EM in Istanbul (10. bis 13. Dezember) steht wohl nichts im Weg. Über 200 und 400m hatte er die EM-Norm bereits beim Weltcup vor zwei Wochen in Berlin unterboten.

Unterdessen macht sich der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) Hoffnung, dass sich Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen bei der EM zumindest für die Staffeln zur Verfügung stellt. "Wir werden noch einmal das Gespräch mit ihr suchen", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

Steffen hat eigentlich auf die Kurzbahn-Saison verzichtet. Am vergangenen Wochenende war Steffen allerdings für ihren Verein SG Neukölln in der Vorrunde der deutschen Mannschaftsmeisterschaften gestartet und hatte zwei deutsche Rekorde über 100m Freistil und 100m Lagen aufgestellt.

Doping-Verdachtsfall von Sonja Schöber soll schnell geklärt werden

Im Doping-Verdachtsfall von Olympiateilnehmerin Sonja Schöber rechnet der DSV mit einer Klärung innerhalb der nächsten zwei Wochen. Es gebe noch genaue Untersuchungen durch den DSV und die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada), sagte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow, der sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht weiter zu dem Fall äußern wollte.

Bei der ehemaligen deutschen Meisterin Schöber hatte es auffällige Testosteron- bzw. Epi-Testosteronwerte gegeben. Die 24 Jahre alte Dortmunderin beteuert zwar ihre Unschuld, darf in Essen wegen des laufenden Verfahrens aber nicht starten.

© SID

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