Schwimmen DM
Youngster Meeuw deklassiert Weltrekordler Rupprath

Der 21-jährige Helge Meeuw hat zum Auftakt der deutschen Schwimm-Meisterschaften gleich zweimal Gold gewonnen. Dabei wurde selbst Weltrekordler Thomas Rupprath auf seiner Paradestrecke zum Statisten degradiert.

Helge Meeuw war beim Auftakt der deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin der gefeierte Mann. Der Youngster sicherte sich gleich zweimal Gold und stellte dabei selbst Weltrekordler Thomas Rupprath auf dessen Paradestrecke in den Schatten. Meeuw sicherte sich im ersten Rennen der Titelkämpfe den Titel über 50m Rücken und ließ in 25,32 Sekunden Steffen Driesen (Wuppertal/25,36) sowie Rupprath (Hannover/25,41) hinter sich.

Während der 21 Jahre alte dreimalige Titelträger des Vorjahres nur wenige Minuten später auch über 200m Schmetterling in 1:57,31 Minuten triumphierte, verpasste Rupprath mit dem dritten Rang die erforderliche Platzierung für die EM in Budapest (26. Juli und 6. August) und verschwand erstmal wortlos in den Katakomben der Schwimmhalle im Europasportpark.

"Das war einfach schlecht"

Später erklärte der 62-malige deutsche Meister nur noch enttäuscht: "Das war einfach schlecht. Der Start, der Anschlag, alles schlecht." Bei der EM in Ungarn sollen nach den Vorgaben des neuen Sportdirektors Örjan Madsen nur die beiden Ersten der DM starten - vorausgesetzt sie haben die Norm erfüllt.

Für einen Paukenschlag sorgte Lokalmatadorin Britta Steffen. Nach zweijähriger Durststrecke gewann sie über 100m Freistil den Titel und verbesserte in 54,29 Sekunden den gemeinsam von Franziska van Almsick (2002) und Antje Buschschulte (2000) gehaltenen Rekord um eine Zehntel. Die Magdeburgerin wurde diesmal nur Fünfte.

Die 22 Jahre alte Steffen erklärte hinterher selbstbewusst: "Man muss hohe Ziele haben. Ich habe in der letzten Zeit begriffen, dass eine Buschschulte oder früher Franziska van Almsick auch nur mit Wasser kochen."

Amerika-Rückkehrerin Anne Poleska, Olympia-Dritte und WM-Zweite über 100m Brust, kam zum Auftakt über die halbe Distanz nur auf Rang sechs. Den Titel sicherte sich Simone Weiler (Heidelberg) in 1:09,19 vor der deutschen Rekordhalterin Sarah Poewe (Wuppertal/1:09,55). Beide erfüllten die EM-Norm.

Meeuw: "Ich bin überrascht"

"Ich bin nicht überrascht, weil ich viel trainiert habe in der letzten Zeit. Aber eigentlich hatte ich die 50 Rücken nur als Einschwimmen für die 200m Schmetterling heute abend betrachtet", sagte Meeuw, der sich für Berlin das Mammutprogramm von sieben Starts vorgenommen hat. Am Abend ließ er aber den Vorlauf über 200m Lagen aus und schwamm dafür über 100m Rücken wieder als Schnellster ins Finale. Auch dort kommt es am Donnerstag zum Duell mit Rupprath, der die drittbeste Zeit hinlegte.

Neben Meeuw überzeugten zum Auftakt auch weitere Nachwuchsleute im Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Der 19-Jährige Paul Biedermann holte sich den Titel über 400m Freistil und blieb dabei deutlich unter der EM-Norm. Meeuws WG-Kollege Marco Di Carli (Frankfurt) verpasste bei seinem Sieg über 100m Freistil dagegen die Richtzeit. Auch die größte DSV-Nachwuchshoffnung, der 18-jährige Steffen Deibler (Biberach), blieb als Zweiter über der Norm.

© SID

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