Schwimmen EM
Biedermann holt Double, Ruhnau und Dietrich Gold

Nach seinem Kurzbahn-Titel über 400m hat Paul Biedermann den EM-Titel auch über die halbe Distanz geholt. Caroline Ruhnau und Johannes Dietrich gewannen ebenfalls Gold.

Goldener Schlussspurt der deutschen Schwimmer in Istanbul: Angeführt von Doppel-Weltmeister Paul Biedermann hat das Team am letzten Tag der Kurzbahn-EM mit drei ersten Plätzen sowie jeweils einmal Silber und Bronze für einen glänzenden Ausklang einer zuvor eher durchwachsenen Europameisterschaft gesorgt. Biedermann rundete dabei sein erfolgreiches Sportjahr mit dem Double ab. Drei Tage nach seinem Triumph über 400 m Freistil sicherte sich der Hallenser auch über die halbe Distanz Gold in 1: 39,81 Minuten.

Im Sog von Biedermann gelangen anderen deutschen Athleten Überraschungssiege. So düpierte Caroline Ruhnau aus Essen über 100 m Brust in 1:04,84 Minuten die internationale Konkurrenz und holte ebenso den Titel wie Johannes Dietrich (Wiesbaden) über 50 m Schmetterling (22,07). Jenny Mensing (Wiesbaden) schaffte als Zweite über 200 m Rücken (2:03,31) genauso den Sprung auf das Podest wie die Berlinerin Dorothea Brandt als Dritte über 50 m Freistil in deutscher Rekordzeit von 23,74 Sekunden.

Biedermann atmete nach seinem Rennen erleichtert auf. "Ich bin sehr stolz, denn es war richtig hart. Ich habe gesehen, wie die Russen auf der letzten Bahn angeflogen kamen", sagte der Olympia-Fünfte und freute sich bereits auf die freien Tage: "Es wird Zeit, mal wieder durchzuschnaufen."

Starke Russen abgewehrt

Der Hallenser hatte den Angriff der erwartet starken Russen Daniil Izotow (1:40,08) und Nikita Lobinzew (1:41,52) erfolgreich abgewehrt, seinen vor einem Monat in Berlin aufgestellten Weltrekord (1:39,37) aber verpasst. Der Mainzer Dimitri Colupaev wurde Zehnter.

Ruhnau war nach ihrem sensationellen EM-Sieg aus dem Häuschen. "Ich kann es gar nicht glauben. Ich habe auf eine Medaille geschielt, aber niemals auf den Titel", sagte sie.

Dietrich sprang für den erkrankten Weltrekordler Steffen Deibler (Hamburg) erfolgreich in die Bresche und sicherte sich in den ersten Einzel-Titel seiner Karriere bei großen Wettkämpfen. Bereits am Samstag hatte Jan Wolfgarten als Europameister über 1500m Freistil in deutscher Rekordzeit (14:20,44) überrascht.

Zwölf Medaillen für deutsche Schwimmer

Insgesamt haben die DSV-Athleten damit zwölf Medaillen (fünfmal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze) aus dem schnellen Becken der Abdi-Ipekci-Arena gefischt und sich für die Blamage von Rijeka rehabilitiert. Bei der EM vor einem Jahr hatte Deutschland, das die ewige Tabelle nach wie vor deutlich anführt, mit nur sechsmal Edelmetall (1-3-2) das schwächste Ergebnis der Geschichte hingelegt.

Die Veranstaltung in der türkischen Metropole wurde wie erwartet mit einer Rekordflut überschwemmt. Insgesamt sorgten die Athleten in den noch bis Jahresende erlaubten High-Tech-Anzügen für 13 Welt- und 12 Europarekorde sowie 13 deutsche Bestzeiten.

In den Finals am Sonntag landete der WM-Zweite Helge Meeuw (Frankfurt/Main) über 100m Rücken auf Platz sechs (50,70). Die Dortmunderin Nina Schiffer wurde über 400m Lagen (4:32,23) Siebte, der Frankfurter Marco di Carli belegte über 100m Lagen den neunten Rang. Die Wuppertalerin Sarah Poewe erreichte beim Ruhnau-Sieg den siebten Platz (1:06,12).

Trotz eines deutschen Rekords verpasste die 4x50-m-Freistilstaffel der Männer im letzten EM-Rennen eine Medaille verpasst. Das DSV-Quartett kam in 1:24,31 Minuten als Fünfte ins Ziel und verbesserte dabei seine Bestmarke aus dem Vorlauf (1:25,54). Den EM-Titel sicherte sich Frankreich (1:22,96) vor Kroatien und Italien.

© SID

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