Schwimmen EM
Biedermann holt erstes DSV-Gold in Istanbul

Paul Biedermann hat bei der Kurzbahn-EM der Schwimmer in Istanbul für den ersten deutschen Titel gesorgt. Der Doppel-Weltmeister gewann souverän über 400m Freistil.

Doppel-Weltmeister Paul Biedermann hat bei der Kurzbahn-EM in Istanbul seinen Titel über 400m Freistil erfolgreich verteidigt und dem deutschen Team einen Auftakt nach Maß beschert. Der 23 Jahre alte Top-Favorit aus Halle/Saale siegte in 3:34,55 Minuten vor dem Russen Nikita Lobinzew (3:35,75) und dem Dänen Mads Glaesner (3:36,82), blieb jedoch deutlich über seinem vor einem Monat beim Weltcup in Berlin aufgestellten Weltrekord (3: 32,77). Der Magdeburger Christian Kubusch (3;41,68) landete auf dem zehnten Platz.

Dass Biedermann in der Abdi-Ipekci-Arena seinen vor einem Monat beim Weltcup in Berlin aufgestellten Weltrekord nicht knackte, lag auch an einer Grippe, die ihn vor zwei Wochen flach gelegt hatte. Deshalb hatte er seine Teilnahme an der DM in Essen absagen müssen. Der 1,92 m große Modellathlet hatte bereits vor dem Rennen vor zu hohen Erwartungen gewarnt: "Weltrekorde wird man von mir wohl nicht sehen."

Am Sonntag greift Biedermann, der bei der Wahl zum "Sportler des Jahres" am 20. Dezember in Baden-Baden beste Siegchancen hat, im Rennen über die halbe Distanz nach seinem zweiten Gold. Dort hält der Praktikant der Stadtwerke Halle ebenfalls den Weltrekord (1:39,37), hatte bei der EM im Vorjahr in Rijeka mit einem blamablen Vorlauf-Aus aber enttäuscht. "Da habe ich noch eine Rechnung offen", sagte Biedermann.

Bronze gab es für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) durch Franziska Hentke, wie Biedermann aus Halle an der Saale. Im Finale über 200m Schmetterling schlug die 20-Jährige in 2:04,88 Minuten an und blieb dabei nur 27 Hunderstel über ihrem im Vorlauf aufgestellten deutschen Rekord. Gold sicherte sich die Französin Aurore Mongel (2:03,22).

Europarekordlerin Janne Schäfer ließ die dritte Medaille folgen. Die Heidelbergerin schlug über 50 m Brust in 29,92 Sekunden als Dritte hinter der Niederländerin Moniek Nijhuis (29,68) und der Estin Jane Trepp (29,82) an. Dorothea Brandt aus Berlin wurde Sechste (30,19).

Silber durch die Lagenstaffel

Die deutsche Lagenstaffel der Männer holte zum Abschluss des ersten Wettkampftage Silber und verbesserte den nationalen Rekord aus dem Vorlauf. Das DSV-Quartett mit Thomas Rupprath (Würzburg), Hendrik Feldwehr (Essen), Johannes Dietrich (Wiesbaden) und Schlussschwimmer Stefan Herbst (Leipzig) schlug in 1:32,02 Minuten an und blieb damit sieben Zehntel unter der Bestmarke vom Vormittag. Die siegreiche russische Staffel verbesserte bei ihrem Weltrekord in 1:31,80 ihre im Vorlauf aufgestellte Bestzeit (1:32,08) ein weiteres Mal. Bronze holte Frankreich in 1:32,13. Stanislaw Donez schwamm als Startschwimmer der russischen Staffel in 22,86 Sekunden Europarekord über 50m Rücken und blieb damit fünf Hundertstel unter der alten Bestmarke von Rupprath,

Die Ungarin Evelyn Verraszto verbesserte bei ihrem Sieg über 200m Lagen ihren eigenen Weltrekord. Verraszto schlug in 2:04,64 Minuten an und blieb damit deutlich unter ihrer am 6. November in Moskau aufgestellten Bestmarke (2:06,01). Die deutsche Rekordhalterin Theresa Michalak (Halle/Saale) wurde in 2:08,20 Achte. Der Ungar Daniel Gyurta verbesserte im Halbfinale über 100m Brust seinen im Vorlauf aufgestellten Europarekord auf 56,79 Sekunden. Hendrik Feldwehr als Zwölfter (57,93) und Johannes Neumann als 15. (58,10) verpassten das Finale.

Für einen weiteren Europarekord sorgte der Österreicher Markus Rogan über 200m Lagen. Rogan siegte in 1:51,72 Minuten und blieb damit um 13 Hundertstelsekunden unter der alten Bestmarke des Ungarn Laszlo Cseh, der als Siebter in 1:54,31 enttäuschte.

© SID

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