Schwimmen EM
Cseh schwimmt Weltrekord, Rupprath holt Silber

Bei der Kurzbahn-EM in Istanbul hat der Ungar Laszlo Cseh seinen Weltrekord über 400m Lagen um mehr als zwei Sekunden verbessert. Thomas Rupprath gewann Silber über 50m Rücken.

Die europäische Schwimmelite hat ihre Rekordjagd am zweiten Tag der Kurzbahn-WM in Istanbul fortgesetzt. Der Ungar Laszlo Cseh wurde seiner Favoritenrolle über 400m Lagen gerecht und holte Gold in Weltrekordzeit. Der 24-Jährige siegte in 3:57,27 Minuten und blieb damit über zwei Sekunden unter seiner bisherigen Bestmarke (3:59,33), die er am 14. Dezember 2007 in Debrecen aufgestellt hatte.

Thomas Rupprath konnte derweil seiner Erfolgsgeschichte auf der Kurzbahn ein weiteres Kapitel hinzugefügen. Der 32-Jährige, der für Würzburg startet, holte im Finale über 50m Rücken in deutscher Rekordzeit von 22,85 Sekunden Silber und gewann damit seine insgesamt 41. Medaille auf der 25-m-Bahn. Rupprath ist der einzige aktive Athlet, der seit 1996 in Rostock an allen 13 Kurzbahn-Europameisterschaften teilnahm und immer mindestens einmal auf dem Treppchen stand.

Den Sieg sicherte sich der russische Top-Favorit und Titelverteidiger Stanislaw Donez, der in 22,76 Sekunden den Europarekord zum vierten Mal während der kontinentalen Titelkämpfe am Bosporus verbesserte. Bis zur EM hatte Rupprath die Bestmarke gehalten. "Ich ärgere mich ein bisschen, denn der Rückstand auf Gold ist nicht groß. Aber es ist überraschend, dass ich hier überhaupt so schnell bin", sagte Rupprath. Bronze holte der Spanier Aschwin Wildeboer (23,07). Der Frankfurter Marco Di Carli wurde Neunter (23,83).

Freistil-Staffel sichert sich Bronze

Für das zweite deutsche Edelmetall sorgte am zweiten Tag die 4x50-m-Freistilstaffel der Frauen, die in deutscher Rekordzeit Bronze gewann. Das DSV-Quartett mit Dorothea Brandt (Berlin), Daniela Samulski, Lisa Vitting (beide Essen) sowie Schlussschwimmerin Daniela Schreiber (Halle/Saale) schlug in 1:36,73 Minuten an und war damit um eine Hundertstelsekunde schneller als bei der bisherigen Bestmarke vor zwei Jahren. Den EM-Titel sicherte sich die Niederlande in Weltrekordzeit von 1:33,45 Minuten vor Schweden (1:35,35).

Caroline Ruhnau verpasste trotz eines deutschen Rekords eine Medaille über 200m Brust. Die Essenerin schlug in 2:20,41 Minuten als Fünfte an und unterbot dabei ihre eigene Bestmarke (2:21,12). Den EM-Titel sicherte sich die dänische Favoritin Rikke-Moeller Pedersen in Europarekordzeit von 2:16,66. Die Wuppertalerin Sarah Poewe wurde Siebte (2:21,86). Ebenfalls ein Europarekord gelang dem Niederländer Robin van Aggele bei seinem Sieg über 100m Brust in 56,29 Sekunden. Die alte Bestmarke hatte im Halbfinale Daniel Gyurta in 56,79 Sekunden aufgestellt - im Finale holte der Ungar Silber (56,72).

Für eine weitere kontinentale Bestmarke sorgte über 100m Rücken die Russin Ksenia Moskwina, die in 56,36 Sekunden drei Zehntel unter ihrem alten Rekord blieb. Daniela Samulski (Essen) wurde in 58,33 Sekunden enttäuschende Achte.

Lange mit durchwachsenem Zwischenfazit

Überzeugen konnte Isabelle Härle über 800m Freistil, auch wenn die Heidelbergerin als Vierte (8:16,58) knapp am Podest vorbeischwamm. Ihre Vereinskollegin Franziska Jansen wurde Siebte (8:27,34). Über 100m Freistil erreichten Schreiber (52,95) und Vitting (53,55) als Siebte und Achte das Ziel.

Bundestrainer Dirk Lange zog ein durchwachsenes Zwischenfazit nach zwei von vier EM-Tagen: "Das waren zwei gute erste Tage, aber keine hervorragenden." Neben der Grippe, die einige Athleten erfasst habe, sei daran vor allem die starke Konkurrenz verantwortlich. "Die Ergebnisse zeigen, dass das hier keine Mickey-Mouse-Veranstaltung ist. Die Kurzbahn-EM ist schon lange kein Event zweiter Klasse mehr", meinte Lange.

© SID

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