Schwimmen EM
Deutsche Schwimm-Stars verzichten auf EM

Angesichts der nahenden olympischen Spiele in Peking haben die deutschen Schwimm-Stars reihenweise ihre Teilnahme an der heute beginnenden EM in Eindhoven abgesagt.

Die EM hat im Olympia-Jahr keine Priorität für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Fünf Monate vor den Spielen in Peking tritt die deutsche Delegation statt mit ihren Stars nur mit einem Rumpfteam an. Für reichhaltige Medaillenausbeute sollen deshalb vor allem die Wasserspringer sorgen. Für die Ouvertüre sind von heute bis Montag zunächst die Synchronschwimmerinnen zuständig.

Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), sieht die Absagenflut seiner Athleten als Verfechter der sogenannten "Wettkampfhärte" nicht gerne. "Ich habe mir schon gewünscht, dass mehr Spitzenschwimmer die Gelegenheit wahrgenommen hätten", sagte Madsen, zeigte aber auch Verständnis: "Die Heimtrainer wollen mehrheitlich drei Wochen vor den deutschen Meisterschaften und der damit verbundenen Olympia-Qualifikation nun mal kein Risiko bei der Vorbereitung eingehen."

Steffen soll zuhause an Topform herangeführt werden

Das gilt vor allem für Britta Steffen. Die große Goldhoffnung für Peking, deren Stern bei der EM vor zwei Jahren in Budapest mit je zweimal Einzel- und Staffelgold sowie Weltrekord aufgegangen war, verzichtet nach Schulterproblemen auf eine Titelverteidigung. "Sie soll zuhause in Berlin wieder an ihre Topform herangeführt werden", erklärte Steffens Trainer Norbert Warnatzsch.

Auch Vize-Weltmeisterin Annika Lurz aus Würzburg und Routinier Antje Buschschulte aus Magdeburg sind nach Verletzungsproblemen nicht mit in die Niederlande gereist. Der Rostocker Thomas Rupprath, seit dem 29. Februar Vater eines Sohnes, steht nur im Notfall auf Abruf für die Lagenstaffel bereit.

Die Hoffnungen ruhen somit ab Dienstag insbesondere auf den beiden verbliebenen Titelverteidigern Janine Pietsch (Ingolstadt) und Helge Meeuw (Frankfurt/Main). Besonderes Augenmerk liegt zudem auf Paul Biedermann aus Halle/Saale. Der 21 Jahre alte Vize-Europameister auf der Kurzbahn will seine Form nun auch auf das 50-m-Becken übertragen. Im Visier hat Biedermann den deutschen Rekord über 200-m-Freistil von Michael Groß (1:47,44 Minuten) bei dessen Olympiasieg 1984 in Los Angeles.

Wasserspringer wollen in Bestbesetzung Medaillen holen

Im Gegensatz zu den Schwimmern treten die DSV-Wasserspringer in Bestbesetzung an. Fachsparten-Vorsitzender Walter Alt hofft auf ein ähnliches Abschneiden wie bei zweimal Gold, fünfmal Silber und einmal Bronze in Budapest. Während Andreas Wels (Halle) und Tobias Schellenberg (Berlin) ihren Synchron-Titel vom 3-m-Brett ebenso erfolgreich verteidigen wollen wie Nora Subschinski (Berlin) und Annett Gamm (Dresden) vom Turm, ruhen die Einzelhoffnungen vor allem auf dem Aachener Sascha Klein.

"Ich bin überzeugt, dass sein Sieg bei der Olympia-Generalprobe in Peking keine Eintagsfliege war", erklärte Alt optimistisch: "Der Bursche ist nervenstark und springt aktuell vom Turm die schwierigste Serie der Welt." Damit soll der 22-jährige Klein die Lücke von Vize-Europameister Heiko Meyer schließen, der seine aktive Karriere nach Verletzungsproblemen beendet hat.

Für Deutschlands Synchronschwimmerinnen geht es zum Auftakt lediglich um gute Platzierungen. "Wir wollen so nah wie möglich an Finalplätze herankommen", beschreibt Fachsparten-Chef Peter Obermark die Zielsetzung der jungen "Nixen" um die beiden Flensburgerinnen Lisa Lacker und Iris Zeppenfeld.

© SID

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