Schwimmen EM
DSV bei Schwimm-EM nur mit Rumpfteam am Start

Das Gros der deutschen Schwimm-Stars wird die heute beginnende EM in Eindhoven nur aus dem Fernsehsessel verfolgen. Die größten Hoffnungen ruhen daher auf Paul Biedermann.

Mit Kritik an der Absageflut seiner Top-Athleten hat Sportdirektor Örjan Madsen vor dem heutigen Start der EM in Eindhoven für Zündstoff im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) gesorgt. "Es gibt zu viele, die Angst haben, sich zu stellen. Das ist das Problem", erklärte Madsen und schlug knapp fünf Monate vor Olympia in Peking Alarm.

Nach den Absagen von Olympia-Goldhoffnung Britta Steffen, Vize-Weltmeisterin Annika Lurz, Janine Pietsch, Antje Buschschulte und Thomas Rupprath ist nun auch noch die Teilnahme des letzten verbliebenen Titelverteidigers Helge Meeuw fraglich. Der Frankfurter hat eine Erkältung. Die größten Hoffnungen im Rumpf-Team des DSV ruhen damit auf Kurzbahn-Vizeeuropameister Paul Biedermann.

Madsen mit etwas Verständnis

Madsen sieht das Fehlen seiner Athleten als Verfechter der sogenannten "Wettkampfhärte" nicht gerne. "Natürlich habe ich mir gewünscht, dass mehrere unserer Spitzenschwimmer die Gelegenheit zu einem Kräftemessen mit der kontinentalen Elite wahrgenommen hätten", sagte der Norweger, zeigte aber zumindest etwas Verständnis: "Die Heimtrainer wollen vor den deutschen Meisterschaften und der Olympia-Qualifikation im April nun mal mehrheitlich kein Risiko bei der Vorbereitung eingehen."

Das gilt insbesondere für Britta Steffen, deren Stern bei der EM vor zwei Jahren in Budapest mit je zweimal Einzel- und Staffelgold sowie Weltrekord aufgegangen war. "Britta soll nach ihren Problemen mit den Schultern lieber zuhause in Berlin wieder an ihre Topform herangeführt werden", erklärte Steffens Trainer Norbert Warnatzsch.

Biedermann nimmt Uralt-Rekord ins Visier

Auch die Freistilstaffeln der "Golden Girls" um Steffen fallen buchstäblich ins Wasser. Zudem ziehen Lurz (Würzburg) nach Rückenproblemen und Buschschulte (Magdeburg) nach ihrer Schulter-Operation das Training dem EM-Start vor. Titelverteidigerin Pietsch (Ingolstadt) sagte wegen einer Erkältung ab. Weltrekordler Rupprath aus Rostock fehlt nach der Geburt seines Sohnes.

Zumindest Biedermann freut sich auf den EM-Auftritt. "Ich finde es großartig, mich mit Europas Spitze messen zu können", sagte der 21-Jährige aus Halle/Saale. Biedermanns Hauptaugenmerk liegt auf den 200m Freistil. Dort hat er den deutschen Rekord von Michael Groß (1:47,44 Minuten) bei dessen Olympiasieg 1984 in Los Angeles im Visier.

© SID

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