Schwimmen EM
DSV-Elite will EM-Medaillen aus dem Becken fischen

Heute beginnen bei der Schwimm-EM in Budapest die Becken-Wettbewerbe. Youngster Helge Meeuw und Weltrekordlerin Janine Pietsch gelten dabei als heiße Medaillen-Kandidaten im Team von DSV-Sportdirektor Örjan Madsen.

Ab heute wird es ernst für Örjan Madsen: Bei der Schwimm-EM in Budapest sollen die Youngster Helge Meeuw sowie die Power-Frauen um Weltrekordlerin Janine Pietsch und "Titelhamster" Antje Buschschulte ihrem neuen Sportdirektor ein erfolgreiches internationales Debüt bescheren und der deutschen Mannschaft Mut für Olympia 2008 in Peking machen. "Wir haben ein junges, aber starkes Team", glaubt Meeuw, der seiner Gala mit fünfmal Gold bei den deutschen Meisterschaften den Durchbruch in Europa folgen lassen will: "Ich habe Respekt, aber keine Angst."

Neue Methoden erinnern an Klinsmann-Umbruch

Das gilt dank Madsen für die gesamte Mannschaft, die auch ohne die nicht qualifizierten Titelverteidiger Anne Poleska und Thomas Rupprath sowie Weltmeister Mark Warnecke in Ungarns Hauptstadt für Furore sorgen will. Mit harter Hand, revolutionären Methoden, neuem Wir-Gefühl und psychologischer Hilfe hat der 60 Jahre alte Norweger, der in seiner Arbeit an Jürgen Klinsmann erinnert, das Team auf die EM eingeschworen. "Alle haben hart trainiert, die Stimmung ist gut. Alles andere ist eine Sache des Kopfes", sagt Madsen und verspricht: "Wir sind gewappnet."

Das glaubt auch die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes. "Örjan Madsen hat bei uns wie Jürgen Klinsmann im deutschen Fußball für eine neue Aufbruchstimmung gesorgt", sagt Christa Thiel: "Ich bin überzeugt, dass wir wie die deutsche Nationalmannschaft bei der WM hier in Budapest gut abschneiden werden."

Meeuw in der Favoritenrolle

Die Hoffnungen im 50-m-Becken auf der Margareteninsel ruhen unter anderem auf Meeuw, der sich in Berlin mit zwei Europarekorden in die Favoritenrolle geschwommen hat. Gleich zum Auftakt über 100m Rücken bekommt es der 21 Jahre alte Wiesbadener mit Titelverteidiger und Lokalmatador Laszlo Cseh sowie dem Olympia-Zweiten Markus Rogan aus Österreich zu tun. "Die werden mir nichts schenken", weiß Meeuw: "Da muss ich mich beweisen."

Für einen goldenen Auftakt soll die 4x100m-Freistilstaffel der Frauen sorgen. "Wir sind die Favoriten und wollen gewinnen", stellt Buschschulte unmissverständlich klar. Die Magdeburgerin, die in Abwesenheit von Poleska in Budapest die Rolle der Aktivensprecherin übernimmt ("Bislang hatte ich wegen der guten Stimmung aber nichts zu tun"), gilt zudem trotz Studiums-Stress ebenso wie Pietsch (Ingolstadt) über 50 und 100m Rücken als heiße Kandidatin auf Edelmetall.

Keine Medaillenprognose

Zu einer Medaillenprognose will sich Madsen, der im März die Nachfolge von Ralf Beckmann antrat, allerdings nicht hinreißen lassen. "Die Athleten sollen ihre Leistungen bringen - alles andere kommt von selbst", sagt der promovierte Sportwissenschaftler.

Auf Grund der harten Qualifikationsrichtlinien nimmt Madsen billigend in Kauf, die Spitze in der Nationenwertung zu verlieren. Mit 25 Startern schickt er den kleinsten Kader seit Jahren in die Rennen. Eine dominante Rolle wie vor vier Jahren bei der Heim-EM in Berlin wird die Mannschaft deshalb nicht spielen können.

© SID

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