Schwimmen EM
DSV jubelt über Synchron-Gold

Nora Subschinski und Annett Gamm haben bei der Schwimm-EM in Eindhoven Gold im Synchronspringen geholt. Dabei bewiesen die WM-Dritten Nervenstärke.

Nora Subschinski und Annett Gamm haben in Eindhoven mit erneutem Synchron-Gold vom Turm den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) jubeln lassen. Tobias Schellenberg und Andreas Wels verpassten vom 3-m-Brett zwar die Titelverteidigung, konnten sich aber mit Silber trösten. Präsidentin Christa Thiel ließ mit einem verbalen Rundumschlag die Wellen beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hochschlagen und nahm die Athleten mehr in die Pflicht.

Weltrekord durch Bernard

Wie es geht, zeigte der Franzose Alain Bernard bei seinem zweiten Weltrekord in 47,50 Sekunden über 100m Freistil. Janine Pietsch aus Ingolstadt verlor in Abwesenheit ihren Europarekord über 50 m Rücken an die Spanierin Nina Zhivanevskaya (28,13).

Die WM-Dritten Subschinski und Gamm zeigten sich von den Diskussionen bei den Schwimmern unbeeindruckt und bewiesen vielmehr Nervenstärke. "Das war knapp. Zum Glück haben wir die Ruhe bewahrt. Es ist ein großartiges Gefühl, wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen", meinte die Dresdenerin Gamm, die am Tag zuvor im Einzel als Sechste Edelmetall verpasst hatte: "Wenn wir jetzt eine Medaille bei Olympia holen, würde ein Riesentraum in Erfüllung gehen."

Mit dem letzten Sprung machte das Synchro-Duo die erfolgreiche Titelverteidigung klar. Danach brachen alle Dämme. Minutenlang lagen sich die beiden in den Armen, bei der erst 19 Jahre alten Berlinerin Subschinski flossen Freudentränen. Am Ende hatte Subschinski und Gamm mit 336,63 Punkten 2,43 Zähler Vorsprung vor Alina Schaplenko und Julia Prokopschuk aus der Ukraine. Bronze sicherten sich Noemi Batki und Tania Cagnotto aus Italien (323,13).

Die Olympia-Zweiten und WM-Dritten Schellenberg (Berlin) und Wels (Halle/Saale) mussten sich mit 413,94 Punkten nur den Russen Juri Kunakow und Dimitri Sautin (440,76) geschlagen geben und landeten wie 2002 und 2004 auf Platz zwei. Bronze holten sich Dimitro Lisenko und Anton Sacharow aus der Ukraine (406,56).

Thiel übte unterdessen scharfe Kritik am Fernbleiben zahlreicher Schwimmer in den Niederlanden. "Vom Europäischen Schwimm-Verband ist unser Erscheinen mit dem kleinen Team als grobe Unhöflichkeit und inakzeptables Verhalten eingestuft worden. Und ich habe für den Ärger absolutes Verständnis", sagte Thiel, die den Druck auf Athleten und Heimtrainer deutlich erhöhen will: "Wir brauchen eine klare Direktive von oben nach unten. Es kann nicht sein, dass jeder da rumalbert."

In Zukunft setzt der DSV auf ein duales System und wird die Posten von Sportdirektor und Cheftrainer trennen. Eine Entscheidung über die Besetzung der geteilten Ämter soll aber nicht vor Olympia im August in Peking fallen. Bis dahin läuft noch der Vertrag von Örjan Madsen, der die Funktion als Sportdirektor und Chefcoach derzeit in Personalunion ausübt.

Auch Madsen fand deutliche Worte. "Wenn unsere Athleten gut genug wären, hätten wir bei der EM auch genügend Starter, die selbst aus der Vorbereitung heraus vorne mitschwimmen würden. Aber die Meisten sind nicht hart genug im Kopf", erklärte der Norweger: "Wenn ich glaube, dass ich nur zu einem ganz bestimmten Zeitraum Topform bringen kann, habe ich ein Problem und im Grunde schon verloren."

Bernard blieb über 100m Freistil in 47,50 Sekunden eine Zehntel unter seiner Bestmarke aus dem Halbfinale vom Vortag. Der alte Rekordhalter Pieter van den Hoogenband hatte wegen einer Erkältung ebenso auf eine Titelverteidigung verzichtet wie Pietsch, die ihren zwei Jahre alten Europarekord (28,19) um sechs Hundertstel an Zhivanevskaya einbüßte.

© SID

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