Schwimmen EM
DSV ohne Steffen und Driesen nach Helsinki

Ohne Britta Steffen und Steffen Driesen muss der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) bei der Kurzbahn-EM in Helsinki auskommen. Trotzdem will der DSV seine Vormachtstellung auf dem Kontinent unterstreichen.

Die kranke Britta Steffen hat zwar ebenso wie der erkältete Steffen Driesen absagen müssen, trotzdem geht der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) mit dem größten Aufgebot aller Zeiten bei der Kurzbahn-EM in Helsinki (7. bis 10. Dezember) an den Start. "Der Ausfall von Britta ist zwar schade, aber unsere Mannschaft ist auch so quantitativ wie qualitativ sehr stark", sagt DSV-Sportdirektor Örjan Madsen, der bei den Wettkämpfen in der finnischen Hauptstadt von einem guten Abschneiden überzeugt ist. Der DSV geht in Helsinki mit 39 Athleten auf Medaillenjagd - darunter zwölf internationale Debütanten.

Mit einer breiten Phalanx wollen Deutschlands Schwimmer Platz eins in Europa behaupten und zugleich kräftig Selbstvertrauen für die Langbahn-WM in 100 Tagen in Melbourne tanken. Im Vorjahr hatte der DSV seine Spitzenposition in Triest mit fünfmal Gold, viermal Silber und siebenmal Bronze unterstrichen. Seit Einführung der Kurzbahn-EM 1996 in Rostock führt der DSV die Statistik mit 71 Gold-, 70 Silber- und 61 Bronzemedaillen unangefochten an.

Zwei Wochen nach den deutschen Wintermeisterschaften mit WM-Qualifikation in Hannover schickt der Verband auch ohne die viermalige Langbahn-Europameisterin und Weltrekordlerin Steffen in Helsinki zahlreiche Goldanwärter ins Rennen. Dazu gehören vor allem die Titelverteidiger Janne Schäfer (Wolfsburg), Anne Poleska (Essen) und Thomas Rupprath (Hannover), Helge Meeuw (Frankfurt) und Antje Buschschulte (Magdeburg) sowie Janine Pietsch (Ingolstadt) und Annika Lurz (Würzburg).

Lurz in Lauerstellung

Mit Spannung wird vor allem der Auftritt von Lurz über 200m Freistil erwartet. Nach EM-Silber auf der Langbahn in Budapest - damals noch unter ihrem Mädchennamen Liebs - will die 27-Jährige den Spieß gegen die polnische Olympiasiegerin Otylia Jedrzejczak umdrehen. Ihre ausgezeichnete Form unterstrich sie in Hannover, wo sie im 50m-Becken den Weltrekord von Franziska van Almsick (1:56, 64 Minuten) nur um neun Hundertstel verfehlte.

Als zusätzlichen Anreiz hat der Europäische Schwimm-Verband LEN insgesamt 35 000 Euro Preisgeld ausgesetzt. Die besten Athleten erhalten je 5 000 Euro. In diesen Genuss wird Britta Steffen nicht kommen. Die 23 Jahre alte Berlinerin muss erneut einen gesundheitlichen Rückschlag verkraften und trat die Reise nach Helsinki wegen einer Grippe gar nicht erst an. In Hannover hatte sie die 50 und 100m Freistil gewonnen, ihren Start über 200m Freistil aber geschwächt von einem Magen-Darm-Virus abgesagt. Zuvor hatte der neue DSV-Star im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada einen doppelten Fingerbruch erlitten.

© SID

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