Schwimmen EM
Fünf Medaillen am Schlusstag für deutsches Team

Die deutschen Schwimmer haben die Kurzbahn-Europameisterschaft im ungarischen Debrecen mit fünf Medaillen am Schlusstag erfolgreich zu Ende gebracht. Britta Steffen holte über 50m Freistil ihr viertes Edelmetall.

Die deutschen Schwimmer haben mit dem goldenen Jahresabschluss von Debrecen Lust auf Peking gemacht. Bei der Kurzbahn-EM in Ungarn standen am letzten Tag noch einmal Britta Steffen, Paul Biedermann und Thomas Rupprath mit Silber sowie Helge Meeuw, Johannes Dietrich und die Freistil-Staffel der Männer mit Bronze auf dem Treppchen und sorgten für eine überragende Bilanz. Mit insgesamt 19 Medaillen, darunter fünf goldene, war der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) zum siebten Mal in Folge erfolgreichste Nation im kleinen Becken und übertraf auch die Bilanz von Helsinki 2006 (15 Medaillen). Zudem standen vier deutsche und ein Staffel-Weltrekord zu Buche.

"Das Wichtigste ist, dass unsere besten Leute bei dieser EM auch am Ende einer langen, langen Saison ihre gute Form nicht nur konservieren, sondern noch verbessern konnten", meinte Sportdirektor Örjan Madsen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Tatsächlich liefen seine Schützlinge nach den Rekordfestivals beim Weltcup in Berlin und der DM in Essen im November noch einmal zu Hochform auf. Madsen: "Die Vorgabe, viele Wettkämpfe zu schwimmen, war wichtig und richtig. Wir haben jetzt einen viel besseren Überblick, wie viele Wettbewerbe die Einzelnen verkraften und können die Früchte unserer Arbeit sehen".

Knappe Niederlage für Britta Steffen

Doppel-Siegerin Britta Steffen musste sich am Sonntag über 50m Freistil nur Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Marleen Veldhuis (Niederlande/23,77) geschlagen geben, knackte aber in 23, 80 Sekunden ihren eigenen deutschen Rekord (23,90). "Wieder ein Rekord - es geht Schritt für Schritt vorwärts. Ich bin schneller als gedacht zu diesem Zeitpunkt meiner Olympiavorbereitung", so Steffen. Jetzt müsse sie an Kraft und Ausdauer arbeiten. Für Steffen war es nach Gold über 100m Freistil über Veldhuis sowie mit der Lagen-Staffel und Silber mit der Freistil-Staffel die vierte Medaille in Ungarn.

Seine zweite Silbermedaille sammelte am Ende Paul Biedermann (Halle/Saale) ein. Der seit Wochen stark schwimmende 21-Jährige musste sich über 200m Freistil in 1:43,60 Minuten nur Langbahn-Weltmeister Filippo Magnini um eine Zehntel geschlagen geben und kommt der Weltspitze immer näher. "Ich bin sehr glücklich mit meinen beiden Medaillen. Aber nach der langen Saison und dem hohen Anfangstempo war ich nach 150m einfach müde", so Biedermann.

Rupprath landet auf Platz zwei

Silber gab es für Thomas Rupprath (Rostock), der sich nach Gold über 50m Rücken über 100m Lagen in 53,46 Sekunden nur dem erfolgreichen Titelverteidiger Peter Mankoc (Slowenien/52,88) geschlagen geben musste. Auf Gold hatte Helge Meeuw (Frankfurt) über 100m Rücken gehofft, er schlug schließlich als Dritter an. Auch Johannes Dietrich (Berlin) holte über 50m Schmetterling mit deutschem Rekord (22,94) Bronze und seine erste internationale Medaille.

Acht Monate vor Beginn der Sommerspiele war somit auch die Stimmung in der deutschen Mannschaft prächtig. "Wenn es gut läuft, gibt es keine Probleme", so Madsen. Das stellte auch DSV-Präsidentin Christa Thiel mehr als zufrieden: "Die Leistungen sind überzeugend. Ich hoffe, dass das im nächsten Jahr bei der EM in Eindhoven und Peking so weitergeht", meinte Thiel.

Dass die Konkurrenz allein aus Europa schon groß genug ist, wurde aber auch in Debrecen deutlich. Der überragende Ungar Laszlo Cseh knackte über die Lagen-Strecken gleich zwei Weltrekorde, Frankreichs Superstar Laure Manaudou schwimmt weiter so vielseitig wie unaufhaltsam, und das 15 Jahre alte Supertalent Julia Jefimowa aus Russland räumte gleich alle drei Bruststrecken ab und setzte zwei Europarekorde.

Insgesamt standen am Ende sieben Welt- und fünf Europarekorde zu Buche, eine Weltbestleitung steuerte die deutsche Lagen-Staffel der Frauen (1:46,67 Minuten) mit Janine Pietsch, Janne Schäfer, Annika Mehlhorn und Schluss-Schwimmerin Steffen bei.

© SID

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