Schwimmen EM
Hoffnungen ruhen auf Meeuw und Pietsch

Der neue Sportdirektor Örjan Madsen will Deutschlands Schwimmer bei der heute beginnenden EM in Budapest zu Höchstleistungen antreiben. Die größten Medaillen-Hoffnungen ruhen dabei auf Helge Meeuw und Janine Pietsch.

Bei den heute beginnenden Europameisterschaften in Budapest (26. Juli bis 6. August) will der neue Sportdirektor Örjan Madsen Deutschlands Schwimmer mit starker Hand zum Erfolg führen. Dabei nimmt der Norweger auch keine Rücksicht auf Stars. Der Olympia-Dritten Anne Poleska und "Medaillenhamster" Thomas Rupprath bleibt die Chance auf eine Titelverteidigung nach der verpassten Qualifikation verwehrt. In den Königswettbewerben im 50-m-Becken auf der Margareteninsel ruhen die Hoffnungen vor allem auf Youngster Helge Meeuw, Weltrekordlerin Janine Pietsch und Antje Buschschulte.

"Aktive wie Trainer sollen in den beiden kommenden Jahren mit Olympia 2008 in Peking als Höhepunkt wissen, woran sie bei mir sind. Dann gibt es auch keine Fehleinschätzungen mehr im Saison-Aufbau und Timing für die deutschen Meisterschaften als Qualifikation", sagte Madsen und machte klar, dass es auch für Stars wie Rupprath, Poleska und Weltmeister Mark Warnecke keine Sonderregelung gibt.

Norweger verzichtet auf Medaillen-Prognosen

Rigoros will Madsen bei seinem internationalen Debüt für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) seinen Weg gehen. Der Norweger, der im März Ralf Beckmann abgelöst hat, verzichtet demonstrativ auf Medaillen-Prognosen und nimmt billigend in Kauf, die Spitzenstellung in der Mannschaftswertung auf dem Kontinent zu verlieren.

Vor vier Jahren beim grandiosen Comeback von Franziska van Almsick mit fünfmal Gold beim Heimspiel in Berlin hatte der DSV die EM dominiert. Während "Franzi" erneut als TV-Expertin am Beckenrand sitzt, schickt Madsen diesmal mit 25 Startern den kleinsten Kader seit Jahren in die Rennen. Elf von 32 Einzel-Wettbewerben bleiben unbesetzt.

Youngster Meeuw will Galavorstellung fortsetzen

Seine Galavorstellung mit fünf deutschen Meistertiteln im vergangenen Monat will Helge Meeuw in der ungarischen Hauptstadt fortsetzen. "Natürlich rechne ich mir einiges aus. Ich fühle mich gut in Form", erklärte der 21-Jährige aus Wiesbaden, der nach seinen beiden Europarekorden die Weltrangliste über 100m und 200m Rücken deutlich anführt. Ebenfalls auf einen Titel schielen Pietsch und Buschschulte, die sich aber weiterhin im Studium-Stress befindet.

Superstar an der Wiege der EM, wo vor 80 Jahren die ersten kontinentalen Titelkämpfe stattfanden, könnte Laure Manaudou werden. Die Französin hat gleich acht Medaillen im Visier.

Langstreckler ab heute im Plattensee unterwegs

Bevor die Schwimmer im Becken am 31. Juli ihre Wettkämpfe aufnehmen, sollen die Langstreckler ab heute im Plattensee die Goldspur für den DSV legen. In der dreimaligen Europameisterin Britta Kamrau-Corestein, die allerdings für die 10km nicht qualifiziert ist, Angela Maurer, die nach einer Mutterschaftspause zu alter Stärke zurückgefunden hat, sowie Weltmeister Thomas Lurz und Christian Hein haben gleich vier Starter Titelambitionen.

Trotz zahlreicher Verletzungen im Frühjahr geben sich auch die Kunst- und Turmspringer selbstbewusst. Mit je dreimal Gold und Silber sowie einmal Bronze katapultierte sich das Team bei der EM vor zwei Jahren in Madrid an die Spitze. "Wir brauchen uns nicht zu verstecken", sagt der Fachsparten-Vorsitzende Walter Alt. Nach Platz zwei bei Olympia 2004 in Athen sowie bei der WM vor einem Jahr in Montreal könnten insbesondere Andreas Wels und Tobias Schellenberg ihre konstanten Leistungen mit einem Titel krönen.

© SID

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