Schwimmen EM
Schwimmer über Lieferpanne verärgert

Bei der Kurzbahn-EM in Rijeka sorgt die Diskussion um den Ausrüster der deutschen Mannschaft weiter für Wirbel. Die Athleten zeigten sich über eine Lieferpanne verärgert.

Beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) droht der Streit mit dem offiziellen Ausrüster adidas zu eskalieren. Der neue Kurzbahn-Europameister Paul Biedermann hat sogar einen Boykott der Wettkampfanzüge bei der WM 2009 in Rom angekündigt. Die deutschen Schwimmer sind seit langem mit den Anzügen unzufrieden, zudem sorgte eine Lieferpanne in Rijeka für neuen Unmut.

"Ich werde bei der WM im nächsten Jahr in Rom nicht in adidas schwimmen", erklärte Biedermann am Freitag und ließ die Wellen bei der Diskussion noch höher schlagen. Der 22-Jährige aus Halle/Saale war beim EM-Titel am Tag zuvor 2,75 Sekunden langsamer geschwommen als bei seinem Europarekord zwei Wochen zuvor im Anzug seines persönlichen Sponsors. Biedermann fühlt sich durch den Anzug vom DSV-Ausrüster benachteiligt und fordert wie zahlreiche weitere Athleten eine freie Wahl der Wettkampfanzüge.

Zollprobleme verursachen Verzögerung

Für zusätzlichen Zündstoff sorgte eine Lieferverzögerung in Rijeka. "Bis nach den Vorläufen am ersten Wettkampftag waren die neuen Anzüge nicht da. Wir hatten noch nicht einmal T-Shirts. Das ist einfach peinlich", sagte Biedermann. Der neue DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow erklärte die Lieferverzögerung mit "Zollproblemen".

Für Buschkow kommt eine freie Wahl der Wettkampfanzüge für die DSV-Starter trotz wachsender Unzufriedenheit in den eigenen Reihen weiterhin nicht infrage. "Wir haben einen Vertrag. Den gilt es zu erfüllen. Unsere Schwimmer sollen sich auf ihre Leistung konzentrieren", sagte Buschkow.

Ausrüstervertrag läuft Ende 2009 aus

Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (sid) soll der DSV bereits bei Konkurrent speedo wegen einer künftigen Zusammenarbeit angefragt haben. Der Großteil der Weltrekorde in diesem Jahr war in den Anzügen des australischen Herstellers aufgestellt worden. Und der Vertrag des DSV mit adidas läuft Ende 2009 aus.

Buschkow hofft in der Diskussion um die Wettkampfanzüge aber vielmehr auf ein Umdenken beim Europäischen Schwimm-Verband LEN sowie beim Weltverband Fina, um in Zukunft wieder Chancengleichheit herzustellen. "Wir brauchen klare, einheitliche Regeln und dann auch die nötigen Kontrollen", sagte Buschkow. Im Februar treffen sich die Verantwortlichen der führenden Schwimm-Nationen in Singapur, um einen Konsens bei dem Thema zu erzielen.

In Rijeka hält die Rekordflut unterdessen an. Im Focus der Diskussion steht zurzeit ein neuer Anzug ("Blueseventy"), der unter anderem aus Neopren besteht und den Auftrieb im Wasser erhöht. Zudem tragen viele Schwimmer in Rijeka mehrere Anzüge übereinander, um ihre Lage im Wasser zu verbessern.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%