Schwimmen EM
Schwimmer Wolfgarten schockt die Konkurrenz

Schwimmer Jan Wolfgarten hat bei der Kurzbahn-EM mit deutschem Rekord über 1500m Freistil überraschend den Titel geholt. Die deutsche Lagenstaffel der Frauen wurde disqualifiziert.

Jan Wolfgarten schlug die Faust aufs Wasser, schrie seine Freude lautstark heraus und strahlte anschließend bei der Siegerehrung bis über beide Ohren: Dem Schwimmer aus Würzburg ist bei der Kurzbahn-EM in Istanbul der große Coup gelungen. Mit deutschem Rekord von 14:20,44 Minuten holte sich der 27-Jährige über 1500m Freistil überraschend Gold.

Dagegen erlebte die deutsche 50-m-Lagenstaffel der Frauen ein Drama: Kurz nachdem das DSV-Quartett mit Daniela Samulski (Essen), Janne Schäfer (Heidelberg), Lena Kalla (Würzburg) und Dorothea Brandt (Berlin) in deutscher Rekordzeit von 1:44,25 Minuten Silber gewonnen hatte, wurde das Team wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. Den EM-Sieg sicherte sich die Niederlande mit einem Fabel-Weltrekord von 1:42,69 Minuten.

"Feiern, feiern, feiern"

Wolfgarten dagegen erlebte den bislang größten Tag seiner Karriere. "Die Freude könnte größer nicht sein. Ich habe versucht, es gemütlich anzugehen und Kontakt zu halten. Nach 1 200 Metern wusste ich, dass ich es packe. Endlich ist der Knoten geplatzt", sagte Wolfgarten und kündigte eine rauschende Party an: "Heute Abend heißt es: feiern, feiern, feiern."

Im Finale hatte er den favorisierten Titelverteidiger Federico Colbertaldo aus Italien (14:25,68) in die Schranken gewiesen. Der Magdeburger Christian Kubusch wurde Sechster (14:37,28). Nach dem Triumph von Paul Biedermann über 400m Freistil hat der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) in Wolfgarten seinen zweiten Europameister von Istanbul.

32 Rekordmarken fallen

Unterdessen ging die Rekordhatz mit den noch bis zum Jahresende erlaubten High-Tech-Anzügen ungebremst weiter. Vor dem Schlusstag am Sonntag erzielten die Athleten in der türkischen Metropole bereits zehn Welt- und zwölf Europarekorde sowie zehn deutsche Bestmarken.

Neben der niederländischen Staffel verteidigte am Samstag auch Sanja Jovanovic ihren Titel über 50m Rücken erfolgreich in Weltrekordzeit (25,70). Die WM-Zweite Samulski hatte auf einen Start auf ihrer Paradestrecke verzichtet, um sich für die Staffel zu schonen.

Jeweils im Halbfinale stellten der slowenische Dauerbrenner Peter Mankoc über 100m Lagen (50,76), der Russe Arkadi Wjatschanin über 100m Rücken (49,17) sowie die Französin Diane Bui Duyet über 100m Schmetterling (55,05) Weltbestzeiten auf. Europarekorde erzielten der Italiener Alessandro Terrin (50m Brust/26,14) und der Russe Nikolai Skworzow bei seinem EM-Sieg über 200m Schmetterling (1:49,46).

Hendrik Feldwehr stellte als Neunter über 50m Brust in 26,56 Sekunden seinen deutschen Rekord aus dem Halbfinale ein. Bereits im Vorlauf hatte der Essener mit nationaler Bestmarke überzeugt. Theresa Michalak aus Halle/Saale erschwamm sich im Endlauf über 100m Lagen einen siebten Platz (1:00,07), 100-m-Freistilschwimmer Dimitri Colupaev wurde Neunter (47,51).

Am Sonntag greift Doppel-Weltmeister Paul Biedermann nach seinem zweiten Gold. Drei Tage nach seinem Triumph über 400m Freistil geht der 23-Jährige aus Halle/Saale auch über die halbe Distanz als Favorit ins Rennen. Mit einem Sieg würde er sein Sportjahr der Superlative gebührend abrunden.

Biedermann: Ziel Endlauf

Doch Biedermann will zu allererst sein Trauma vom Vorjahr ablegen, als er bei der EM in Rijeka über seine Weltrekordstrecke den Einzug in den Endlauf verpasst hatte. "Ich will so schnell schwimmen, dass es für das Finale reicht. Alles andere wird man dann sehen", sagte der Olympia-Fünfte.

© SID

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