Schwimmen EM
Thiel: "Hoffnungen haben sich nicht erfüllt"

Nach den schwachen Ergebnissen der deutschen Schwimmer bei der Kurzbahn-EM in Rijeka spricht die Präsidentin des DSV Christa Thiel über enttäuschte Hoffnungen und neue Regularien.

Die schwachen Resultate bei der Kurzbahn-EM in Rijeka haben bei Christa Thiel Erinnerungen an das schlechte Abschneiden bei den Olympischen Spielen geweckt. "Es war ein Deja-Vu wie in Peking", meinte die DSV-Präsidentin im Interview.

Frage: "Deutschlands Schwimmer haben nach dem schwachen Abschneiden bei Olympia in Peking bei der Kurzbahn-EM in Rijeka ihre Vormachtstellung in Europa klar verloren. Wie bewerten Sie die aktuelle Situation?"

Christa Thiel: "Unsere Hoffnungen nach den guten Leistungen bei den deutschen Meisterschaften in Essen haben sich nicht erfüllt. Es war ein Deja-Vu wie in Peking."

Frage: "Muss man sich damit abfinden, dass der deutsche Schwimmsport in absehbarer Zeit nur noch zweitklassig ist?"

Thiel: "Sonst waren wir bei der Kurzbahn-EM immer vorne und sind dann enttäuscht worden. Vielleicht läuft es diesmal anders. Man muss auch ins Kalkül ziehen, dass wir in Rijeka mit einer teilweise sehr jungen Mannschaft angetreten sind. Für viele war es ihr internationales Debüt. Ihnen sollte man die Startprobleme nicht zu hart ankreiden."

Frage: "Zumindest Paul Biedermann konnte überzeugen. Wie bewerten Sie seine Leistung?"

Thiel: "Paul hat sich nach seinem fünften Platz in Peking noch einmal weiter entwickelt. Er ist zu einem Aushängeschild des DSV geworden und mit seinen konstanten Top-Leistungen ein Vorbild für alle anderen."

Frage: "Als Vorbild hat er aber auch harsche Kritik am Ausrüster des Verbandes geübt. Hat er damit Recht oder hätte er sich da anders verhalten müssen?"

Thiel: "Wir haben einen Vertrag mit adidas. Sonst sage ich dazu nichts."

Frage: "Auch Thomas Rupprath und Helge Meeuw haben in knappen Badehosen protestiert. Wie haben Sie die Aktion gesehen?"

Thiel: "Das war ja eine Demonstration für neue Regularien. Die beiden haben einen Kontrapunkt gesetzt, um auf die generelle Problematik bei den Wettkampfanzügen aufmerksam zu machen. Das finde ich nicht schlimm."

Frage: "Was muss in dieser Hinsicht passieren?"

Thiel: "Wir brauchen klare, einheitliche Regularien, deren Einhaltung dann auch überprüft wird. Ich vergleiche das zum Beispiel mit der Formel 1 oder auch mit dem Skispringen. Ich bin sehr optimistisch, dass sich in diese Richtung bald etwas tut."

© SID

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