Schwimmen EM
Van Almsick lobt "Goldlöckchen" Steffen

Nach dem sensationellen Weltrekord über 100m Freistil hat sich die 22-jährige Britta Steffen ein Denkmal gesetzt. "Ich freue mich so für Britta", lobt selbst Franziska van Almsick die Leistung des neuen "Goldlöckchens".

Bewegender Moment für das neue "Goldlöckchen" Britta Steffen: Wenige Minuten nach ihrem sensationellen Weltrekord ließ es sich selbst die große Franziska van Almsick nicht nehmen, dem neuen Schwimmstar mit einer herzlichen Umarmung persönlich zu gratulieren. Ein Bild mit Symbolkraft, als die 200-m-Weltrekordlerin die schnellste Frau der Welt über 100m Freistil beglückwünschte.

Die Grande Dame des deutschen Schwimmsports zollte ihrer Nachfolgerin den gebührenden Respekt. "Ich freue mich so für Britta", sagte van Almsick: "Ich habe ihr diese Leistung schon immer zugetraut. Jetzt hat sie es endlich umgesetzt."

"Britta ist keine Franzi"

Zwei Jahre nach van Almsicks Rücktritt im Anschluss an Olympia in Athen ist Steffen bei der EM in Budapest zum neuen Star aufgestiegen und schickt sich an, die große Lücke zu füllen, die "FvA" beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hinterlassen hat. Der neue DSV-Sportdirektor Örjan Madsen warnte allerdings vor einem Vergleich. "Britta ist keine Franzi, sondern ein anderer Mensch", betonte Madsen und fügte hinzu: "Und sie ist sportlich noch besser."

Die Parallelen sind trotzdem nicht zu übersehen. Wie einst van Almsick wird Steffen von Norbert Warnatzsch in Berlin trainiert. Sie sucht Rat und Hilfe bei derselben Sportpsychologin. Wie "Franzi" bei der EM vor vier Jahren ließ Steffen dem Staffelweltrekord eine Fabelzeit im Einzelrennen folgen. "Und ihre elegante und scheinbar mühelose Art im Wasser erinnert wirklich an Franzi", schwärmte DSV-Präsidentin Christa Thiel.

Steffen vergießt Freudentränen

Steffen genoss den Augenblick des Triumphes in vollen Zügen. Nach dem Anschlag, als auf der Anzeigentafel die Weltrekordzeit von 53,30 Sekunden aufleuchtete, schämte sie sich ihrer Freudentränen nicht. Bei der Siegerehrung lauschte sie der Nationalhymne mit geschlossenen Augen, ehe sie ihr strahlendstes Lächeln zeigte. "Das große Ziel ist jetzt natürlich Olympia 2008 in Peking. Da will ich ganz vorne mitmischen", sagte die 22 Jahre alte Berlinerin schließlich. Ein Olympiasieg - das könnte Steffen von van Almsick unterscheiden.

Immer wieder musste die Studentin der Wirtschafts-Ingenieurwissenschaften ihren wundersamen Aufstieg erklären. "Ich habe lange mit Franzi zusammen trainiert und war ihr ebenbürtig, konnte das im Wettkampf aber nie so umsetzen", meinte Steffen. Athen war der Knackpunkt. Ausgebrannt legte die achtmalige Junioren-Europameisterin nach Olympia ein Jahr Pause ein: "Das war die Zauberformel für mich. Jetzt passen Kopf und Körper zusammen."

Bestmarke von Lisbeth Lenton geknackt

Schon bei den deutschen Meisterschaften schwamm sie mit nationalem Rekord wieder ins Rampenlicht. Zum EM-Auftakt führte sie die Staffel mit 52,66 Sekunden zum Weltrekord - der besten Zeit, die jemals eine Frau über 100 m Freistil geschwommen ist. Nun ließ sie ihren ganz persönlichen Triumph folgen und unterbot die Bestmarke der Australierin Lisbeth Lenton um zwölf Hundertstel.

Ihr Heimtrainer Warnatzsch hatte noch eine andere Erklärung. "Britta hat zuletzt - natürlich unter strenger Obhut - zehn Kilogramm abgenommen. Das kommt ihr zugute", meinte der Berliner. Die in diesen Zeiten schnell aufkommenden Doping-Spekulationen erstickte Warnatzsch vehement im Keim. "Das ist ein sauberer Weltrekord, den lassen wir uns von niemandem zerreden", sagte der Coach und wies vielmehr auf eine andere Problematik hin: "Wir müssen das Kind jetzt vor allzu großem Rummel schützen."

© SID

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