Schwimmen International
Schwimm-Star Phelps: "Als würde ich explodieren"

Michael Phelps stand im Vorfeld der Weltmeisterschaften in Australien Rede und Antwort. Der US-Schwimmstar schwärmt von seinem neuen Rennanzug: "Ich hatte ein Gefühl, als würde ich explodieren."

Mit einem frischen Weltrekord geht Michael Phelps in die Schwimm-Weltmeisterschaften in Melbourne. Vor den Wettbewerben wagte der US-Star in einem Interview eine ganz persönliche Prognose.

Frage: "Sie gehen mit einem Weltrekord Mitte Februar über 200m Schmetterling in die WM in Melbourne. Waren Sie überrascht, schon so schnell zu sein?"

Michael Phelps: "Vor dem Start hatte ich nicht im Traum daran gedacht, 1:53,71 Minuten zu schwimmen. Knapp unter 1:55,00 Minuten war der Plan. Damit wollte ich vor der WM einfach eine solide Leistung zeigen. Es war alles ein wenig verrückt. Nach dem Anschlag habe ich erst gar nicht realisiert, wie schnell ich war, weil ich durch meine beschlagene Schwimm-Brille die Zeit auf der Anzeigetafel nicht erkennen konnte."

Frage: "Wie wichtig war dieser Weltrekord mit Blick auf die WM?"

Phelps: "Ich war erregt, wie gut die Dinge schon laufen. Damit hatte ich genug Vertrauen für die restliche Vorbereitung und nun auch für die WM selbst. Ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin."

Frage: "Sie haben bei Olympia 2004 in Athen sechsmal Gold gewonnen. Wie sieht Ihr Programm in Australien aus?"

Phelps: "Ich habe vor, die 200m Freistil, 100 und 200m Schmetterling sowie 200 und 400m Lagen zu schwimmen. Diese Strecken habe ich zusammen mit meinem Trainer Bob Bowman ausgewählt. Ich glaube, dass ich auf diesen Strecken die besten Chancen auf einen Erfolg habe."

Frage: "Welche Ziele haben Sie sich für Melbourne gesteckt?"

Phelps: "Der Schlüssel zum Erfolg wird sein, dass ich mich in keinem Rennen hängen lasse - auch nicht, wenn der Auftakt nicht positiv laufen sollte. Wie vor zwei Jahren bei der WM in Montreal, als ich als 18. über 400m Freistil im Vorlauf ausgeschieden bin, dann aber noch viermal Gold und einmal Silber gewonnen habe. Mein Training in den vergangenen Monaten war zudem darauf ausgelegt, dass mein Körper dem Stress und der Belastung stand hält."

Frage: "Bedauern Sie, dass es nach dem Karriereende von Ian Thorpe nicht mehr zum direkten Duell über 200 m Freistil gegen ihn kommen wird?"

Phelps: "Ich wäre sehr gerne noch einmal in Australien gegen ihn geschwommen. Aber er macht nun andere Dinge in seinem Leben, das respektiere ich. Er hat sich als einer der größten Freistilschwimmer aller Zeiten verabschiedet."

Frage: "Glauben Sie, dass Sie seinen Weltrekord von 1:44,06 Minuten knacken können?"

Phelps: "Das weiß ich wirklich nicht. Die Zeit wird es zeigen. Ich hoffe nur, dass ich dann in diesem schnellsten Rennen aller Zeiten mit dabei sein kann."

Frage: "Sie sind zuletzt in Columbia mit einem neu entwickelten Schwimm-Anzug Ihres Ausrüsters an den Start gegangen. Welchen Anteil hat der an Ihren Leistungen?"

Phelps: "Vom ersten Eintauchen an hatte ich eine phantastische Wasserlage. Ich hatte ein Gefühl, als würde ich explodieren. Ich bin glücklich, dass ich den vielleicht schnellsten Anzug der Welt tragen kann."

Frage: "Wie sieht Ihre Planung für Olympia 2008 in Peking aus?"

Phelps: "Nach der WM werde ich zusammen mit meinem Trainer einen Plan für das Wettkampfprogramm aufstellen. Olympia ist einfach das Größte von allem. Es ist schon so, dass die Spiele in Peking das wichtigste Event meiner Karriere werden."

© SID

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