Schwimmen Meeting
Siege für Pietsch, "Ruppi" und Biedermann

Zu Auftakt des Arena-Weltcups in Berlin gab es unter den Augen des künftigen Sportdirektors Örjan Madsen gleich drei deutsche Siege: Janine Pietsch, Thomas Rupprath und Paul Biedermann waren nicht zu schlagen.

Janine Pietsch, Thomas Rupprath und Paul Biedermann haben zum Auftakt des Arena-Weltcups in Berlin für Siege der deutschen Schwimmer gesorgt. Aufmerksamer Verfolger des Geschehens war der künftige DSV-Sportdirektor Örjan Madsen. Pietsch schwamm dabei über 50m Rücken ebenso deutschen Rekord wie Annika Liebs, die über 200m Freistil die 13 Jahre alte Bestmarke von Franziska van Almsick knackte. Für den Höhepunkt sorgte der Ukrainer Oleg Lisogor mit Weltrekord über 50m Brust.

"Phantastisch. Dieses Becken liegt mir"

Pietsch blieb in 27,20 Sekunden sieben Hundertstel unter dem sieben Jahre alten Rekord von Sandra Völker. "Phantastisch. Dieses Becken liegt mir", jubelte die Ingolstädterin, die im Vorjahr bei der Deutschen Meisterschaft ebenfalls in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee Weltrekord auf der Langbahn geschwommen war. Antje Buschschulte (27,89) machte den deutschen Doppelsieg perfekt. Auch über 200m Rücken belegte die Magdeburgerin, die aufgrund ihres Studiums derzeit nur mit halber Kraft trainiert, Platz zwei (2:07,36).

"Mr. Kurzbahn" Thomas Rupprath setzte sich über 100m Lagen in 53,52 Sekunden sicher durch. Zuvor musste sich der 28 Jahre alte Hannoveraner über 100m Rücken mit zwei Hundertstel Rückstand nur dem US-Amerikander Randall Bal (51,41) geschlagen geben.

Für Furore sorgte auch der EM-Dritte Paul Biedermann (Halle) mit seinem Triumph über 400m Freistil (3:41,94). "Ich wollte hier vor heimischem Publikum unbedingt gewinnen. Super, dass es geklappt hat", meinte der 19-Jährige. Einen starken Auftritt legten auch die anderen "jungen Wilden" hin. Vize-Europameister Steffen Deibler (Biberach) wurde über 100m Freistil (48,17) ebenso Zweiter wie Helge Meeuw (Wiesbaden) über 200m Schmetterling (1:53,41).

Liebs blieb in 1:55,19 Minuten 65 Hundertstel unter dem Rekord der "großen" van Almsick und musste sich nur der Britin Melanie Marshall geschlagen geben, die in 1:54,53 einen Europarekord aufstellte. "Ich kann es noch gar nicht fassen, dass ich diese Zeit geschwommen bin", meinte die deutsche Meisterin überglücklich.

Lisogor mit neuem Weltrekord

Für das Highlight sorgte Lisogor, der über 50m Brust seinen eigenen Weltrekord um drei Hundertstel auf 26,17 Sekunden schraubte und den 75. Weltrekord seit Bestehen des Arena-Festivals aufstellte. Langbahn-Weltmeister Mark Warnecke (Essen) hatte als Vorlauf-Zehnter ebenso das Finale verpasst wie seine Teamkollegin Anne Poleska über 100m Brust.

Vor den Endläufen hatte der DSV den Norweger Örjan Madsen als neuen Sportdirektor vorgestellt. "Wir wollten den Besten, und wir haben den Besten bekommen", erklärte DSV-Präsidentin Christa Thiel. Madsen, der zum 1. März die Nachfolge von Ralf Beckmann antritt und einen Vertrag bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking erhält, war zuletzt in seiner Heimat als Berater des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) tätig. Dabei war der 59-Jährige außer für Schwimmen auch für die Trainingssteuerung in den Bereichen Kanu und Wintersport verantwortlich. "Wir gehen einen neuen Weg. Ich denke, dass wir von anderen Sportarten lernen können und nicht immer im eigenen Teich herumfischen", meinte Thiel.

Madsen kündigte Reformen an. "Um Weltklasse zu sein, müssen wir uns Neuem öffnen, aber ich werde nicht handeln, als würde ich mit der Axt in den Wald gehen", erklärte der Sportwissenschaftler, der in Deutschland kein Unbekannter ist. Der frühere Olympia- und WM-Teilnehmer war nach seiner aktiven Laufbahn unter anderem Trainer in Bonn, wo er den heutigen NOK-Präsidenten Klaus Steinbach sowie Weltmeister Walter Kusch betreute.

© SID

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