Schwimmen National
Cheftrainer Beckmann setzt auf Schwimm-Nachwuchs

Ralf Beckmann, Cheftrainer des DSV, sieht die Krise der deutschen Schwimmstars als Chance für den Nachwuchs, sich während der heute beginnenden Kurzbahn-Meisterschaften in Essen ins Rampenlicht zu schwimmen.

Wenn es nach Ralf Beckmann geht, sollen bei den Kurzbahn-Meisterschaften ab heute in Essen nicht die deutschen Stars wie Thomas Rupprath, Mark Warnecke oder Anne Poleska für Titel sorgen, sondern der Nachwuchs glänzen. Beim Kampf um Titel und EM-Tickets sollen die Jungspunde aus dem Schatten der Arrivierten tretten. "Ich erwarte in Essen einiges von unserem Nachwuchs. Sie müssen die entstandenen Lücken als ihre Chance erkennen und nutzen", erklärte der Cheftrainer des Deutschen-Schwimm-Verbandes (DSV).

Deibler Anführer der neuen Generation

Vor allem der 18 Jahre alte Junioren-Europameister Steffen Deibler (Biberach) ist nach seinen glänzenden Vorstellungen im Vorfeld der Titelkämpfe Gold-Anwärter auf den Freistilstrecken. "Steffen führt die neue Generation an. Vielleicht haben seine Leistungen einen Sogeffekt", sagt Beckmann über seinen neuen Hoffnungsträger. Für Deibler geht es wie für alle anderen in Essen nicht nur um nationale Titel, sondern auch um die Qualifikation für die Kurzbahn-EM vom 8. bis 11. Dezember in Triest/Italien.

Sorgen bereitet Beckmann dagegen der überragende deutsche Kurzbahn-Schwimmer der letzten Jahre. Der 28 Jahre alte Thomas Rupprath (Hannover) ist nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der WM im Juli in Montreal längst noch nicht in ruhiges Fahrwasser zurückgekehrt und kämpft weiter mit Problemen in Technik und Kraft.

"Ich glaube nicht, dass Thomas in diesem Jahr noch den ganz großen Coup landen kann. Bei der EM ist er immer für eine Medaille gut, aber er wird nicht so dominieren wie im vergangenen Jahr", meint Ralf Beckmann, "Er befindet sich nach seinem Wechsel nach Hannover immer noch in einem Orientierungsjahr. Aber ich gehe davon aus, dass die Gesamtkonstellation für ihn 2006 wieder besser wird." Trotz der Probleme nimmt der 57-malige deutsche Meister Rupprath in Essen aber wie im Vorjahr Anlauf auf fünf Titel, in Triest hat er dreimal Einzel-Gold zu verteidigen.

Warnecke klarer Titelkandidat

Heiß auf Medaillen ist vier Monate nach seinem Gold-Coup von Montreal und zuletzt intensivster Beschäftigung mit seinem Diät-Produkt auch Weltmeister Mark Warnecke. "Ich gehe davon aus, dass ich bei der EM dabei bin", sagt der 35-Jährige. Auch Beckmann bescheinigt seinem Oldie alle Chancen für Essen und Triest: "Er ist auf jeden Fall ein Medaillen- und Titelkandidat und wird das entschlossen zeigen. Alles andere wäre Tiefstapelei."

Quasi aus dem Stand heraus schwimmen in Essen die Olympiadritte Anne Poleska und die vierfache WM-Medaillengewinnerin Antje Buschschulte. Buschschulte konzentriert sich ohnehin derzeit auf ihr Studium der Neurobiologie. Poleska reist direkt nach den Titelkämpfen wieder zurück an ihre Uni in Tuscaloosa/Alabama, wo wichtige Klausuren anstehen.

© SID

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