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Deutsche Schwimmer suchen ihr Heil im Biathlon

Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2008 will sich Örjan Madsen, seines Zeichens neuer Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes, bei den deutschen Biathleten Tipps zum Erfolg holen: "Man muss neugierig sein."

Örjan Madsen, neuer Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), beschreitet unbekanntes Terrain. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking will sich der Norweger bei den erfolgreichen Biathleten Rat holen. "Wir müssen von all denen lernen, die erfolgreich sind - zum Beispiel von den deutschen Biathleten", sagte der 60-Jährige im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt: "Das ist für mich ein sehr wichtiges Thema, von daher werde ich Kontakt zu den deutschen Biathlon-Trainern aufnehmen und fragen, was sie für Strategien haben. Ich glaube, dort ist einiges für uns zu holen. Man muss neugierig sein."

Madsen, seit Januar Nachfolger des im Unfrieden vom DSV geschiedenen Ralf Beckmann, will erst nach den Europameisterschaften im August in Budapest aktiv in die Prozesse innerhalb des DSV eingreifen: "Ab September führe ich neue Strukturen und Inhalte ein, setze meine Strategien um."

Bessere Bedingungen für Topathleten

In den nächsten zwei Jahren müsse man "für die Topathleten Bedingungen schaffen, damit sie wie Profis trainieren können. Sonst haben wir bei Olympia 2008 keine Chance. Wir müssen radikaler im Trainingsprozess werden, und das bedeutet, das alle bereit sein müssen, diese tiefgreifenden Veränderungen auch mitzumachen. Sie müssen flexibel und änderungswillig sein."

Mittelfristig will Madsen auch dem Chemnitzer Stev Theloke wieder eine Chance geben, der nach seiner Kritik am DSV und an Beckmann kurz vor der WM 2005 aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen worden war. "Ich bin dagegen, jemanden mit einer Lebensstrafe zu belegen", sagte der Norweger der Welt: "Daher habe ich befürwortet, dass Stev wieder in den B-Kader aufgenommen wird. Damit wären die Voraussetzungen geschaffen, dass er wieder an die Weltspitze Anschluss findet."

Bei den am Mittwoch beginnenden Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Schanghai wird Madsen nicht vor Ort sein. "Die Weltmeisterschaften sind in der Gesamtheit bei weitem nicht so wichtig wie die Langbahn-Wettkämpfe", sagte er der Welt: "Schanghai hätte mich fast zwei Wochen gekostet, ich will meine Zeit effektiver einsetzen und muss Prioritäten setzen."

© SID

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